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Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Notfallmedizin

  •  IMPP-Relevanz
  • Lesezeit: 14 min
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Steckbrief

Beim Schädel-Hirn-Trauma (SHT) wird zwischen einer geschlossenen Form mit intakter Dura mater und einer offenen Form mit defekter Dura mater (→ freiliegendes Gehirn) unterschieden. Anhand der Glasgow Coma Scale (GCS) kann bereits präklinisch eine Einteilung in 3 Schweregrade erfolgen: leichtes, mittelschweres und schweres SHT.

Der Fokus dieses Moduls liegt auf den notfallmedizinisch relevanten Aspekten des Krankheitsbildes. Alle Grundlagen dazu (Epidemiologie, Ätiologie und Pathogenese) sowie eine ausführliche Beschreibung der innerklinischen Weiterversorgung von SHT-Patienten findest du in der Neurologie.

Ursächlich für ein SHT sind meist Stürze, Schläge oder Verkehrsunfälle. Das SHT ist eine sehr häufig im Rahmen eines Polytraumas vorkommende Verletzung.

Die Symptomatik des SHT ist schweregradabhängig, typischerweise kommt es zu Kopfschmerzen, Amnesie und Bewusstseinsstörungen. In schweren Fällen können Krampfanfälle, neurologische Ausfälle, Verletzungen des Schädelknochens und Liquoraustritt weitere Symptome darstellen.

Der notfallmedizinisch-diagnostische Schwerpunkt liegt auf der neurologischen Untersuchung mit Bestimmung der GCS. Aufgrund seines Entstehungsmechanismus ist das SHT oft mit weiteren Verletzungen vergesellschaftet, weshalb eine genaue körperliche Untersuchung und die Anamnese des Unfallhergangs unabdinglich sind.

Präklinisch sollte eine Verhinderung bzw. Minimierung von Sekundärschäden durch adäquate Ventilation, Oxygenierung und Blutdruckstabilisierung angestrebt werden. Der Patient muss so schnell wie möglich in eine Klinik mit neurochirurgischer Abteilung transportiert werden.

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    Symptomatik

    Bei einem SHT können klinische Symptome von morphologisch sichtbaren Befunden unterschieden werden.

    Klinische Symptome können sein: Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Schwindel/Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen (z.B. Doppelbilder), Schwerhörigkeit, Anosmie, Sprachstörungen, primäre und/oder sekundäre Bewusstseinsstörungen, antero- und/oder retrograde Amnesie, Orientierungsstörungen, epileptische Anfälle, Streckkrämpfe, Lähmungen, Koordinationsstörungen, kardiovaskuläre Störungen (z.B. arterielle Hypo- oder Hypertonie, Brady- oder Tachykardie, Schocksymptomatik), pathologische Atemmuster bis hin zur Apnoe.

    können sein: Störungen der Pupillenmotorik (Mydriasis, bei einseitiger Raumforderung/Läsion), sichtbare Verletzungen des Kopfes (z.B. Schwellungen, Hämatome, Platz-, Riss- oder Quetschwunden, Skalpierungen, Deformationen des Schädels), Liquoraustritt () aus Nase (Rhino[liquo]rrhö) und/oder Ohr (Oto[liquo]rrhö), Austritt von Hirngewebe (Hirnprolaps), aus Mund, Nase oder Ohr, Monokel- oder Brillenhämatome.

    Schwindel

    Der Begriff „Schwindel“ wird im weitesten Sinne für Gleichgewichtsstörungen, Bewegungsunsicherheiten im Raum sowie für das Gefühl einer nahenden Bewusstlosigkeit verwendet.

    Im engeren Sinne meint ein Schwindel die Wahrnehmung einer Scheinbewegung des Patienten zwischen sich und der Umwelt, die gerichtet als Dreh-, Schwank- oder Liftschwindel oder ungerichtet auftreten kann.

    Bewusstseinsstörung

    Bewusstseinsstörungen sind Veränderungen des Bewusstseins unterschiedlichen Ausmaßes, wobei zwischen qualitativen und quantitativen Bewusstseinsstörungen unterschieden wird. Ein bewusstseinsklarer Mensch ist vollständig wach (Vigilanz) und kann auf seine Umgebung adäquat reagieren (reflektierendes Bewusstsein).

    Amnesie

    Bei der Amnesie handelt es sich um eine zeitlich und inhaltlich begrenzte Erinnerungslücke nach einem schädigenden Ereignis.

    Epileptischer Anfall

    Ein epileptischer Anfall ist eine abnorm synchronisierte elektrische Entladung von Nervenzellen, die zu lokalisierten oder generalisierten zerebralen Funktionsstörungen führen.

    Lähmung

    Eine Lähmung ist die Unfähigkeit (= Plegie, Paralyse) oder herabgesetzte Fähigkeit (= Parese), einen Muskel oder eine Muskelgruppe willentlich zu kontrahieren. In Abhängigkeit von der betroffenen Körperregion werden folgende Formen unterschieden:

    • Monoparese/-plegie = Lähmung einer Extremität

    • Hemiparese/-plegie = Halbseitenlähmung, Lähmung einer Körperhälfte

    • Paraparese/-plegie = Lähmungen unterhalb eines (spinalen) Niveaus unter Aussparung des Kopfes, z.B. beider Beine

    • Tetraparese/-plegie = Lähmung aller Extremitäten unter Aussparung des Kopfes.

    Arterielle Hypotonie

    Eine arterielle Hypotonie ist eine Verminderung des Blutdrucks auf systolisch < 100 mmHg und diastolisch < 60 mmHg mit entsprechender klinischer Symptomatik.

    Arterielle Hypertonie

    Eine arterielle Hypertonie ist eine andauernde Erhöhung des Blutdrucks auf ≥ 140 mmHg systolisch und/oder ≥ 90 mmHg diastolisch bei Praxismessung oder auf ≥ 135 mmHg systolisch und/oder > 85 mmHg diastolisch bei Selbstmessung.

    Sinusbradykardie

    Eine Sinusbradykardie ist die Verlangsamung der Herzfrequenz auf < 60 Schläge/min bei regelmäßigem Herzschlag und normaler Morphologie der P-Wellen.

    Sinustachykardie

    Die normale Sinusfrequenz in Ruhe variiert zwischen 60 und 100 Schläge pro Minute. Treten Frequenzen über 100/min bei regelrechtem Sinusrhythmus auf, spricht man von einer Sinustachykardie.

    Mydriasis

    Die Mydriasis ist eine Erweiterung der Pupille auf mehr als 5 mm im Durchmesser. Bei Dunkelheit ermöglicht sie einen höheren Lichteinfall (physiologisch). Des Weiteren tritt sie physiologisch bei Jugendlichen sowie Schmerzen auf. Bei pathologischem Auftreten findet sich oft die Kombination mit einer reduzierten oder fehlenden Lichtreaktion.

    Anisokorie

    Bei einer Anisokorie finden sich ungleich große Pupillen. Dies ist immer Zeichen einer gestörten Efferenz, z.B. bei Horner-Syndrom, Okolumotoriusparese oder Pupillotonie.

    Liquorrhö

    Bei einer Liquorrhö kommt es zum Austritt von Liquor aus der Nase (Rhinoliquorrhö) oder den Ohren (Otoliquorrhö).

    Diabetes mellitus

    Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen absoluten (Typ 1) oder relativen (Typ 2) Mangel an Insulin gekennzeichnet ist. Leitsymptom ist die Hyperglykämie.

    Hypoglykämie

    Hypoglykämie bezeichnet das Absinken des kapillaren Blutzuckers in zu niedrige Bereiche, wobei als Grenzwert beim Erwachsenen gewöhnlich < 50 mg/dl (2,77 mmol/l), aber manchmal auch < 70 mg/dl (< 3,9 mmol/l) definiert wird.

    Myokardinfarkt

    Beim Myokardinfarkt handelt es sich um eine absolute Ischämie mit Herzmuskelnekrose und Anstieg der Herzenzyme aufgrund eines Koronararterienverschlusses. Unterschieden wird in einen Myokardinfarkt ohne (NSTEMI) und mit (STEMI) ST-Streckenhebung im Ruhe-EKG.

    Zerebrale Ischämie

    Als zerebrale Ischämie bezeichnet man eine kritische Minderperfusion von Hirnabschnitten, die abhängig von Schwere, Ausmaß und Lokalisation zu einem Gewebeuntergang und neurologischen Defiziten führt.

    Subarachnoidalblutung

    Bei einer Subarachnoidalblutung (SAB) handelt es sich um eine Blutung in den Subarachnoidalraum zwischen Arachnoidea und Pia mater, am häufigsten ausgehend von einem Aneurysma der dort verlaufenden Hirnbasisarterien. Leitsymptom sind plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen („Vernichtungskopfschmerz”).

    Intoxikation

    Als Intoxikation bezeichnet man die Aufnahme schädlich wirkender Substanzen (Gifte) in den menschlichen Körper (z.B. oral, inhalativ, intravenös, perkutan oder transdermal), die zu Störungen des Allgemeinbefindens und der Vitalfunktion führen.

    Hypothermie

    Als Hypothermie bezeichnet man das Absinken der Körperkerntemperatur unter 36°C.

    Polytrauma

    Als Polytrauma bezeichnet man mindestens 2 schwere, gleichzeitig entstandene Verletzungen mehrerer Körperregionen oder Organe, von denen eine oder die Kombination aller Einzelverletzungen lebensbedrohlich ist.

    Analgosedierung

    Eine kombinierte Gabe von Sedativa und Analgetika, mit der eine möglichst schmerz-, angst- und stressfreie intensivmedizinische Behandlung und die Toleranz einer invasiven Beatmung ermöglicht werden soll, wird als Analgosedierung bezeichnet.

    Hirndrucksyndrom

    Unter einem Hirndrucksyndrom fasst man Symptome erhöhten intrakraniellen Drucks zusammen, die als Folge einer akuten oder chronischen Hirndruckerhöhung auftreten. Sie können als Komplikation zur Einklemmung führen.

    Koma

    Koma ist eine schwere Bewusstseinstörung, bei der der Patient selbst durch starke Außenreize nicht mehr erweckbar ist. Je nach Symptomausprägung werden die Grade I−IV unterschieden, wobei im tiefen Koma (IV) die Pupillen-, Korneal- und Muskeleigenreflexe sowie jegliche Reaktion auf Schmerzreize fehlen.

    Erbrechen

    Beim Erbrechen kommt es zu einer retrograden Entleerung von Magen-Darm-Inhalt durch den Mund. Im Unterschied zur Regurgitation erfolgt Erbrechen durch Aktivierung des Brechzentrums.

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      zuletzt bearbeitet: 10.06.2022
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