Die Top 5 der häufigsten Fehler im Pflegepraktikum
Nach einem aufregenden Semester in den ersten Studienjahren freut sich jede*r Medizinstudent*in auf die Semesterferien. Doch statt die Wochen entspannt am Strand zu verbringen, müssen Medizinstudierende in Deutschland 90 Tage die Arbeit von Pflegenden in einem Krankenhaus kennenlernen. Um die Zeit trotzdem so entspannt wie möglich zu verbringen, hat Catharina für dich die wichtigsten Fettnäpfchen zusammengestellt.

Das Pflegepraktikum bietet viele Fettnäpfchen. Mit diesen fünf Tipps kannst du vermeiden hineinzutappen.
1. Falsche Zeit und falscher Ort
Der erste Fehler kann schon vor dem Praktikum passieren. Nämlich wenn du dich für eine Station bewirbst, die nicht den Rahmenbedingungen entspricht. Um vertane Mühen zu sparen, solltest du deshalb vor deiner Bewerbung genau prüfen, ob deine Wunschstation auch passt. Dabei hilft dir das Landesprüfungsamt. Darüber hinaus solltest du vorher dringend den Zeitraum beachten. Von den insgesamt 90 Tagen müssen mindestens 30 Tage am Stück gemacht und eventuelle Krankheitstage direkt im Anschluss nachgeholt werden. Es wäre schade, wenn das komplette Praktikum durch einen Krankheitstag nicht angerechnet werden kann. Wenn du dein Praktikum schon begonnen hast und unsicher bist, solltest du dich schnellstmöglich beim zuständigen Landesprüfungsamt deiner Uni erkundigen. Dann bist du auf der sicheren Seite. Auch Studenten aus höheren Semestern oder die Pflegedirektion eines Lehrkrankenhauses (besonders einer Uniklinik) können gute Ratschläge geben.
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2. Der verlorene Schlüssel
In vielen Krankenhäusern wird Praktikant*innen am ersten Tag ein Schlüssel übergeben. Nicht selten wird dafür ein Pfandgeld erhoben oder es wird bei Verlust eine bestimmte Summe fällig. Das können schnell mal 50 EUR sein. Deshalb ist es wirklich wichtig, in den Taschen des Kasacks zu fassen, bevor man ihn in den Wäschesack wirft! Ansonsten heißt es: den Schlüssel im Wäscheberg suchen. Und das ist wirklich nicht zu empfehlen, weil man nicht weiß, was mit den Kleidungsstücken bei der Arbeit so alles passiert ist und man zudem Glück mit der Menge an potenziellen Schlüsseltaschen haben muss. Es kann sein, dass die Kleidung nicht im Krankenhaus gereinigt wird. Je später man den Verlust merkt, desto schwieriger wird es deshalb, den Schlüssel zu finden. Ein auffälliger Anhänger für den Schlüssel lohnt sich.
3. Der satte nüchterne Patient
Das Essenausteilen hat so seine Tücken. Es ist wichtig, vor jeder Essensrunde genau nachzufragen, welcher Patient nicht essen und welcher nur bestimmtes essen oder trinken darf. Ansonsten könnte es passieren, dass bei den betroffenen Patient*innen eine Untersuchung nicht durchgeführt werden kann. Dadurch kann sich der Ablauf auf der Station komplett verschieben und die Ärztin oder der Arzt kommt in zeitliche Schwierigkeiten, weil ein neuer Termin vereinbart werden muss. Das könnte zu Verzögerungen von weiteren Untersuchungen oder Terminen führen. Kurz gesagt: Man bringt vielleicht alles komplett durcheinander. Eigentlich wird deshalb auch eine Liste geschrieben, in die alle Patient*innen mit bestimmten Diätvorschriften eingetragen sind. Falls dir das trotzdem passiert, sag am besten sofort Bescheid. Dann liegt es an den Umständen, welche Auswirkungen das wirklich hat. Eventuell lässt sich das Problem einfach lösen, indem zum Beispiel zwei Patient*innen den Termin tauschen. Das regeln das Pflegepersonal auf der Station.
Eine besondere Herausforderung bieten Patient*innen mit Schluckbeschwerden. Beim Essen austeilen kann es vorkommen, dass du die Aufgabe bekommst, diesen Patienten das Essen anzureichen. Dazu ist interessant zu wissen, dass es möglich und in solchen Fällen sogar nötig sein kann, Flüssigkeiten anzudicken. Ein Pulver verändert die Konsistenz so, dass die Patienten das jeweilige Getränk besser schlucken können.
4. Der Spülspringbrunnen
Wenn du eine Bettpfanne in die Spülmaschine stellst, achte immer darauf, dass die Bettpfanne nicht zu voll ist. Besonders viel Toilettenpapier und anderes können zu einem ungewollten Abenteuer in einer Wildwasserlandschaft führen. Die Schätzchen können verstopfen. Wenn du dir unsicher bist, frage vor dem Spülgang am besten lieber nach, ob das so funktioniert. Wenn die Maschine schon läuft und du etwas befürchtest, dann solltest du sofort Bescheid sagen und den Aus-Knopf suchen. Sehr viele Tücher und ein Anruf bei der Technik könnten das Problem im Zaum halten. Vor dem Spülgang lohnt sich auch ein Blick in die Maschine, ob eventuell davor etwas nicht zu Ende gespült wurde.
5. Ohne Worte?
Der mit Abstand größte Fehler im Pflegepraktikum ist, keine Fragen zu stellen. Du bist wahrscheinlich das erste Mal im Pflegebereich oder sogar das erste Mal richtig im Krankenhaus. Du kannst nicht alles wissen und gerade am Anfang kannst du dich noch nicht mit den Gewohnheiten des Stationsteams auskennen. Scheue nicht davor, ehrlich zu sagen, wenn du dir unsicher bist. Ist es nicht besser, du führst eine Aufgabe unter Anleitung richtig durch oder schaust zu, als dass du etwas falsch machst? Fragen ist der beste Schutz vor Fehlern. Falls du doch einen Fehler gemacht hast, solltest du Bescheid geben, denn Fragen sichert leider keine Fehlerfreiheit. In der Regel unterstützt dich das Team. Wenn du doch mal einen doofen Spruch zu hören bekommen solltest – mach dir nichts draus! Das ist bestimmt 100.000 anderen Studierenden vor dir auch schon passiert.
Als kleiner Fragentipp: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Krankenhäuser den Praktikant*innen eine Essenskarte zur Verfügung stellen. Mit der können sie kostenlos frühstücken oder Mittag essen. Es lohnt sich, danach zu fragen!
Zu den häufigsten Fehlern zählen:
- Unpünktlichkeit oder unzuverlässiges Verhalten, was das Vertrauen des Teams untergräbt.
- Passivität, also sich nicht aktiv einzubringen oder Aufgaben zu scheuen.
- Fehlende Kommunikation, etwa bei Unsicherheiten oder Problemen. Diese Verhaltensweisen können den Lerneffekt stark einschränken und das Verhältnis zum Pflegepersonal belasten.
Eine gute Vorbereitung umfasst:
- Grundkenntnisse in Hygiene und Pflegeabläufen aneignen.
- Offene, respektvolle Kommunikation mit dem Team pflegen.
- Eigeninitiative zeigen, z. B. durch Nachfragen oder das Anbieten von Hilfe. So wird das Praktikum nicht nur lehrreich, sondern auch positiv für alle Beteiligten.
Das Pflegepersonal ist dein wichtigster Ansprechpartner im Praktikum. Wer sich respektvoll, lernbereit und engagiert zeigt, wird oft mit wertvollen Einblicken und praktischen Erfahrungen belohnt. Ein gutes Verhältnis zum Team kann entscheidend dafür sein, wie viel du aus dem Praktikum mitnimmst.