Anatomie, Histologie, Embryologie im Medizinstudium
Die Anatomie ist das schönste, größte und wichtigste Fach im vorklinischen Teil des Medizinstudiums. Sie gilt traditionell als der Schrecken aller Studierenden – muss aber nicht sein: Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Tipps kommst du bestimmt durch alle Testate.

Eine der wichtigsten Vorlesungen
In diesem Fach wirst du alles über den Aufbau des menschlichen Körpers lernen - auf lateinisch. Dass das besonderen Spaß macht, ist ja klar. Wer sagt nicht gerne "Processus coracoideus"?
Zunächst findest du dich meist an einer Leiche im Präpariersaal wieder. Hier sind deine praktischen Fähigkeiten mit dem Skalpell gefragt. Vielleicht stellt sich für manche nun schon ein "chirurgisches" Interesse ein.
Neben dem Präparieren ist die Vorlesung sicher eine der wichtigsten und spannendsten Veranstaltungen im vorklinischen Studienabschnitt. Der Besuch der Vorlesung lohnt sich, denn du erhältst einen Überblick über das gesamte anatomische Spektrum und auch erste Hinweise darauf, welche Erkrankungen und pathologische Veränderungen ihre Grundlage in der Anatomie haben.
Makroskopische Anatomie
Angefangen wird am Rumpf und an den Extremitäten, dann geht es bald ins Innere des Körpers zu Herz und Nieren. Auch der Bereich Kopf/Hals bietet noch eine Fülle an anatomischen Details.
Ein weiterer wichtiger Teil ist die Neuroanatomie, die Lehre von Gehirn und Rückenmark. Diese Bereiche fallen in den Komplex der "makroskopischen Anatomie".
Lange Tage am Präpariertisch prägen dieses Semester. Doch das Wissen musst du zum Physikum wieder parat haben! Gar nicht leicht, wenn dazwischen so viele andere Fächer liegen.
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Mikroskopische Anatomie
Dieses Fach nennt sich die "Histologie". Hier wird meist ausgiebig am Mikroskop gearbeitet und gezeichnet. Das kann sehr künstlerisch und kreativ werden! Später, nach dem Physikum, wirst du dieses Wissen gut gebrauchen können, wenn es darum geht, in der Histopathologie gesundes von krankem Gewebe zu unterscheiden.
Für das Erkennen der Strukturen gilt, noch mehr als bei der makroskopischen Anatomie, das Wort: "Man sieht nur, was man weiß!". Bereite daher das jeweilige Thema des Kurses gut vor, so wird es viel leichter und effizienter!
Embryologie
Die Embryologie zeigt die Entwicklung des Körpers in ihren kleinsten Anfängen. Sie erstreckt sich von der befruchteten Eizelle bis zum reifen Fötus. Eine abenteuerliche Reise in Prozesse jenseits des räumlichen Vorstellungsvermögens. "Klein aber oho!" ist hier das Motto und nicht jeder kommt auf Anhieb durch die Prüfung.
Gelehrt wird das Fach meist im Rahmen des ersten Semesters parallel zur makroskopischen Anatomie. Die Inhalte der Embryologie werden in den Testaten an der Leiche oft gleich mit abgefragt. Zuerst erklärst du dann beispielsweise den Aufbau des Auges und die Funktion der Augenmuskeln, dann, wenn aus der 2 eine 1 werden soll, darfst du noch die Embryonalentwicklung des Auges zusammenfassen. Viel Erfolg!
Gegenstandskatalog
Der Gegenstandskatalog ist spätestens für das schriftliche Physikum von Relevanz. Er kann dir jedoch auch schon vorher gute Dienste leisten! Auf der Homepage des IMPP findest du pdf-Dateien, in denen die Lernziele definiert sind. Das gibt einen guten Überblick über die Lernfortschritte und die verbleibenden Lücken.
Hier geht's zur Seite des IMPP
Lern- und Prüfungstipps
Wo fange ich an? Das fragt sich wohl jeder Studierende zunächst, wenn er ahnungslos vor dem dicken Anatomiebuch sitzt. Am besten, du lernst die einfachen Dinge zuerst, also Knochen und Gelenke. An manchen Universitäten beginnt der Kurs gleich mit einem "Knochentestat". Dann wirst du schon gut vorbereitet sein müssen!
Normalerweise ist es am leichtesten, wenn du eine bestimmte Reihenfolge einhälst: Knochen, Gelenke, Muskeln. Damit weißt du schon, wie die Bewegung abläuft. Lerne dann, welcher Nerv die Bewegung steuert und wie dessen Lage und Verlauf aussieht. Denke an die Ausfallerscheinungen! Zuletzt kommt noch die arterielle und venöse Versorgung und die Lage der Lymphbahnen hinzu. Noch etwas Haut und Hautnerven darüber und schon bist du mit dieser Region fertig!
Im Kurs wirst du vielleicht eine Region bekommen, die du allein präparieren darfst. Lerne diese also zunächst ganz genau, damit du beim Präparieren alles richtig machst! Die Vorgehensweise musst du dafür etwas ändern: nicht von Innen nach Außen, sondern von der Haut und den Nerven zu den Gefäßen und den Muskeln. Zum Schluss, wenn du alles freipräpariert hast, siehst du dir die Knochen an.
In der Prüfung musst du nicht alles wissen! Das wäre beinahe verrückt. Lerne die Grundlagen und vor allem die klinische Relevanz. Dazu gehören Ausfallerscheinungen der Nerven, Verläufe der Nerven und Gefäße (Punktionen!) und die räumliche Beziehung der Strukturen zueinander. Lerne, wie Bewegungsabläufe funktionieren und warum manche Gelenke mehr Freiheit haben, als andere (wegen der Bänder, u.a.). Übe das Abfragen doch mit einem Lernpartner, dann lassen sich auch aufkommende Verständnisschwierigkeiten leichter lösen.
Einige Studierende lernen die Begriffe und Strukturen stur auswendig (nicht sinnvoll), andere lernen die Funktion und die physiologischen Hintergründe gleich mit (sehr sinnvoll) und wieder andere denken sich Eselsbrücken aus (zumindest lustig). Hier findest du einige der besten Merkhilfen für die Anatomie:
Am besten bereitest du dich mit den PROMETHEUS Anatomie Atlanten auf die Prüfungen vor. Auch können wir dir das Lernportal via medici wärmstens empfehlen, hier findest du auch eine 3D Anatomie.
Zeitplanung im schriftlichen Examen
Für die Anatomie soltest du in deiner Vorbereitung auf das schriftliche Physikum etwa 21 Tage reservieren (bzw. etwa 30% der Zeit). Von den 320 Fragen entfallen etwa 80-100 auf den Bereich Anatomie (mit Histologie und Embryologie).
Wichtige Themen in der Histologie sind die Grundlagen zum Thema Epithelgewebe und allgemeine Gewebelehre. Im makroskopischen Teil sind die Gefäße des Bauch- und Beckenraumes, die Lunge, die Hirnnerven und das Auge (Kopf und Hals) und das ZNS echte "Dauerbrenner". Vergesse nicht die embryologische Details!