Wie du dich am besten auf die OSCE-Prüfung vorbereitest
In der OSCE-Prüfung werden nicht nur die klinischen Fähigkeiten abgefragt, sondern auch der Umgang mit dem/der Patient*in. Mit reinem Auswendiglernen ist es hier nicht getan. Lies, was in der Prüfung auf dich zukommen kann und wie du dich am besten darauf vorbereitest.

Was ist ein OSCE?
OSCE bedeutet Objective Structured Clinical Examination und ist ein praxisorientiertes Prüfungsdesign, das jede*n Student*in anhand eines Bewertungsbogens immer gleich (daher objektiv) beurteilt. Meist werden Skills wie Anamnesegespräche, klinische Untersuchungen eines Organsystems oder ärztliche Tätigkeiten wie Blutabnehmen, Reanimieren, chirurgisches Nähen oder Zugänge legen abgefragt. Die Student*innen durchlaufen einen Parcours aus mehreren Stationen und werden nach Ablauf einer Zeitfrist von 5 Minuten per Trillerpfeife zur nächsten Station aufgefordert. In der Prüfungssituation gibt es pro Station eine*n Prüfer*in und eine*n Simulationspatient*in. Vor der Station hat der/die Student*in eine Minute Zeit, um die Aufgabenstellung zu lesen und sich ein grobes Konzept zurechtzulegen.
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Was bedeutet ein OSCE?
Für die meisten Student*innen ist ein OSCE eine sehr anstrengende Prüfungssituation, denn es werden nicht nur die klinischen Fähigkeiten abgefragt, sondern auch der Umgang mit dem/der Patient*in geprüft sowie Noten für sicheres Auftreten, hygienisches Arbeiten und Empathie vergeben. Zusätzlich spürt der/die Student*in immer den Zeitdruck und muss seine/ihre Aufgabe daher möglichst schnell, aber auch exakt durchführen.
Manchmal ist ein kleiner Fallstrick eingebaut, zum Beispiel soll eine Blutkonserve angehängt werden, die aber schon abgelaufen ist (das soll der/die Student*in dann merken und die Konserve NICHT anhängen) oder ein*e Patient*in mit panischer Angst vor Nadeln soll von dem/der Student*in geimpft werden. Im Pädiatrie OSCE musste zum Beispiel ein Blutröhrchen mit falschem Namensetikett erkannt werden.
Vorbereitung
Inhaltlich wiederholen sich die Aufgaben des jeweiligen Fachs oft: In der Gynäkologie werden immer eine Brust- und eine vaginale Untersuchung verlangt, in der Chirurgie geht es meist um Wundversorgung/Nähen/steriles Arbeiten und in der Inneren Medizin stehen die symptomorientierte Anamnese und klinische Untersuchungen der inneren Organe im Vordergrund.
In Mitschriften und Gedächtnisprotokollen auf dem studentischen Server finden sich Musterlösungen und Skripte, die zur groben Einschätzung dienen, welche Punkte bei welcher Station zu erreichen sind und abgeprüft werden können.
Anders als für schriftliche Prüfungen eignet sich hier eine Lerngruppe hervorragend, um sich auf das OSCE vorzubereiten. Besonders die praktischen Tätigkeiten solltest du einmal ausgeführt haben, um in der Prüfung nicht an technischen Schwierigkeiten zu scheitern. Außerdem können die Kommiliton*innen oft am besten Feedback geben, ob alles auch korrekt durchgeführt wurde.
Angesichts der OSCEs am Ende des Semesters, solltest du auch das Blockpraktikum nutzen, um zu üben oder Fragen zur richtigen Durchführung der Prozeduren wie zum Beispiel einer Lumbalpunktion oder dem Legen einer Thoraxdrainage zu stellen.
In Frankfurt bietet das Lernstudio für ausgesuchte OSCEs Vorbereitungskurse an etwa für das Uklif oder Gynäkologie OSCE. Die Termine werden zeitnah vor den Prüfungen und bekannt gegeben. Die Vorbereitungskurse sind sehr zu empfehlen, denn hier wird gut vermittelt auf was es in der Prüfung ankommt und es kann mit Modellen geübt werden.
Im OSCE
Bloß nicht die Nerven verlieren… Mit der richtigen Vorbereitung sollte nicht viel schief gehen. Als wichtige Regel gilt: Gehe an jede Aufgabe zuerst mit gesundem Menschenverstand heran und spule erst danach das ganze auswendig gelernte Wissen ab.
Außerdem gibt es fast immer Punkte für Begrüßung, Name und Funktion sowie für das Ansagen der Händedesinfektion. Manchmal sind Extrapunkte dafür vorgesehen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen etwa durch Fenster schließen oder Gardinen vorziehen. Wenn man in einer Anamnese Station mal mit dem Anamneseschema hängen bleibt oder komplett daneben liegt, wiederholen die Schauspielpatient*innen oftmals das Hauptsymptom oder stellen auch selbst Fragen zum weiteren Vorgehen.
Selbst wenn du denkst, dass alles fürchterlich gelaufen ist – bei deinen Kommiliton*innen war es oft nicht besser. Zum Glück heißt das nicht, dass alle durchgefallen sind, denn die Noten werden im Vergleich innerhalb der Gruppe vergeben. Somit wird auch bei einem schweren Parcours eine gerechte Notenverteilung gewährleistet.
Den Prüfer*innen ist es übrigens nicht erlaubt im OSCE mit Hinweisen oder Fragen weiterzuhelfen.
Nach dem OSCE
Ein Feedback gibt es nicht, die Bögen werden ausgewertet und die Note nach ein paar Tagen bis Wochen online gestellt. Zum einen ist es schade, denn mit einer Rückmeldung könntest du die eigenen Fehler nachzuvollziehen. Auf der anderen Seite solltest du ein OSCE als Übung verstehen, in der auch Fehler passieren dürfen, damit sie nicht später bei echten Patient*innen in der Klinik passieren.
Was bringt das OSCE?
Eignen sich die OSCE Prüfungen dafür, Student*innen etwas beizubringen? Nicht jede Uni in Deutschland nutzt dieses aus den USA stammende Prüfungsformat. Allerdings ist die Überprüfung praktischen Wissens sehr wichtig für die Ausbildung zum Arzt/zur Ärztin. Im OSCE hat jede*r Student*in die gleichen Bedingungen im Vergleich zu Prüfungen während der Blockpraktika auf Station.
Durch die intensive Vorbereitung lernt man gründlich zu untersuchen und fokussiert Fragen zu stellen bei der Anamnese. Aus studentischer Sicht gibt es bestimmt angenehmere Prüfungsformate, aber wenige bei denen man am Ende auch „Patient*innen“-Erfahrung mitnimmt.
Die OSCE (Objective Structured Clinical Examination) ist eine standardisierte, praxisnahe Prüfung bestehend aus mehreren zeitlich begrenzten Stationen (~5 Minuten inklusive Lesen der Aufgabenstellung). Dort müssen Studierende z. B. Anamnese führen, Untersuchungen durchführen oder Handgriffe wie Blutabnahme, Nähen oder Reanimation demonstrieren. Zudem zählt nicht nur das technische Können, sondern auch Empathie, Patient*innenumgang und hygienische Arbeitsweise.
- Gruppenübungen: Gemeinsam mit Kommiliton*innen praktisch trainieren, um echtes Feedback zur Technik und Ablauf zu erhalten.
- SkillsLab & Blockpraktikum nutzen: Kompetenzen wie Lumbalpunktion, Thoraxdrainage oder gynäkologische Untersuchungen aktiv im klinischen Alltag üben, z. B. während eines Blockpraktikums.
- Vorbereitungskurse besuchen: An der Uni Frankfurt werden spezielle OSCE‑Kurse (z. B. in Urologie oder Gynäkologie) angeboten – ideal zum gezielten Training mit Modellen.
- Ruhig angehen: Beginne jede Station mit gesundem Menschenverstand, dann setze dein Wissen systematisch um.
- Small‑talk und Hygiene zählen: Begrüßung, Nennen von Name/Funktion, Händedesinfektion und Schaffen einer angenehmen Umgebung (z. B. Fenster schließen) bringen zusätzliche Punkte.
- Zeitdruck realistisch einschätzen: Auch wenn Stationen eng bemessen sind, greifen Schauspielpatient*innen häufig immer wieder nach dem Hauptsymptom oder stellen selbst ergänzende Fragen – das mildert kleinere Ausrutscher.