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Lern- und Prüfungstipps

Drüsenepithelien

Thomas Krimmer

Drüsenepithelien übernehmen zentrale Aufgaben im Körper – sie produzieren, speichern und sezernieren unterschiedlichste Stoffe. Doch wie unterscheiden sich exokrine und endokrine Drüsen? Welche Formen von Drüsenendstücken gibt es, und welche Einteilungen sind fürs Physikum wirklich relevant? Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Klassifizierungen kompakt und verständlich – von einzelligen Becherzellen bis zu komplex aufgebauten tubuloazinösen Drüsen.

Histologische Aufnahme mit zahlreichen acinären (beerenförmigen) Endstücken
© sinhyu/stock.adobe.com - Stock photo.

Drüsen sind Verbände von besonders differenzierten Epithelzellen, die spezifische Stoffe (Sekrete) bilden und abgeben (Sekretion). Sie lassen sich zunächst in zwei große Gruppen einteilen:

  • Exokrine Drüsen geben ihre Sekrete direkt oder über Ausführungsgänge an innere oder äußere Körperoberflächen ab.
  • Endokrine Drüsen geben ihre Sekrete meist an Blutgefäße ab.

Exokrine Drüsen

Die exokrinen Drüsen können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden. Dabei werden in der Regel folgende Kriterien angewandt:

● Anzahl der sezernierenden Zellen

● Lage der sezernierenden Zellen zum Oberflächenepithel

● Form (Erscheinungsbild) der sezernierenden Endstücke (Abb. 2.2)

● Mechanismus der Sekretabgabe

● Art (Zusammensetzung) des Sekrets

● Charakteristika der Ausführungsgänge

Verschiedene Typen exokriner Drüsen (Schema) Thieme Gruppe
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Klassifizierung nach der Anzahl der sezernierenden Zellen und ihrer Lage zum Oberflächenepithel

Ein- und mehrzellige Drüsen. Typische einzellige Drüsen sind die Becherzellen. Sie kommen im Epithel des Darms und der Atemwege vor, liegen also endoepithelial. Ihre charakteristischen Merkmale sind: Becherzellen sind ovale bis eiförmige Zellen und enthalten membranbegrenzte Sekretgranula (Schleimtröpfchen), die dicht gepackt liegen. Im basalen Teil der Zelle liegt der (dreieckige oder keilförmige) Kern. Der Schleim der Becherzellen enthält Proteoglykane, die sich charakteristischerweise mit PAS (periodic acid-Schiff) anfärben lassen. Weitere einzellige Drüsen sind die Paneth-Körnerzellen im Dünndarmepithel. Mehrzellige endoepitheliale Drüsen sind selten, z. B. in der Nasenschleimhaut und in der Harnröhre.

Extraepitheliale Drüsen sind meistens eigenständige Organe (außerhalb des Epithels). Sie weisen in der Regel folgende Charakteristika auf:

  • Drüsenendstücke: bilden das Sekret, bestehen aus Drüsenzellen.
  • Ausführungsgänge: transportieren das Sekret an eine epitheliale Oberfläche.
  • Bindegewebekapsel: von ihr ziehen bindegewebige Septen in das Innere.

Die Drüsenendstücke und Ausführungsgänge bilden das Parenchym (spezifisches Organteil); die Bindegewebekapsel und die Septen sind das Stroma (bindegewebiges Gerüst des Organs).

Im Bindegewebe verlaufen Gefäße und Nerven. Durch die bindegewebigen Strukturen (Kapsel und Septen) wird die Drüse in Lappen und Läppchen unterteilt.

Klassifizierung nach der Form der sezernierenden Endstücke

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Tubulöse Drüsen. Nach der Beschaffenheit der schlauchförmigen Endstücke wird weiter unterschieden in

  • einfach tubulös: mit schlauchförmigem, gestrecktem und unverzweigtem sezernierendem Abschnitt. Vorkommen: Krypten im Darm;
  • gewunden tubulös: mit schlauchförmigen, gewundenen Endstücken. Vorkommen: Schweißdrüsen;
  • verzweigt tubulös: mit mehreren schlauchförmigen Endstücken, die in einen Ausführungsgang zusammenfließen. Vorkommen: Drüsen im Magen und in der Gebärmutter.

Azinöse Drüsen.

  • Mit kugelförmigen Endstücken, deren Zellen hoch sind, sodass das Lumen der Endstücke sehr klein ist (azinös = beerenförmig).
  • Vorkommen: Ohrspeicheldrüse und Bauchspeicheldrüse.

Alveoläre Drüsen.

  • Ebenfalls mit kugeligen Endstücken, jedoch mit flacheren Zellen, sodass das Lumen sehr weit ist (alveolärsäckchen- oder bläschenförmig).
  • Vorkommen: Milchdrüse, Duftdrüsen.

Tubuloazinöse und tubuloalveoläre Drüsen.

  • Mischform, mit (verzweigten) schlauchförmigen (und beerenförmigen bzw. säckchenförmigen) Endstücken.
  • Die Endstücke bestehen in der Regel aus einem einschichtigen Drüsenepithel, das von einer Basalmembran umhüllt wird. Zwischen der Basalmembran und den Drüsenzellen kommen häufig kontraktile Myoepithelzellen vor („Auspressen“ des Sekrets aus den Endstücken). Myoepithelzellen fehlen in den Drüsenendstücken der exokrinen Bauchspeicheldrüse.
  • Vorkommen: tubuloazinöse Drüsen: Glandula sublingualis, Glandula submandibularis und Tränendrüse (Glandula lacrimalis); tubuloalveoläre Drüse: Prostata.

Häufige Fragen und Antworten

Exokrine Drüsen geben ihr Sekret über Ausführungsgänge an äußere oder innere Oberflächen ab, während endokrine Drüsen ihre Stoffe direkt ins Blut oder umliegendes Gewebe freisetzen. Endokrine Sekrete wirken systemisch, exokrine lokal.

Drüsen lassen sich nach der Form ihrer Endstücke in tubulöse, azinöse, alveoläre sowie tubuloazinöse bzw. tubuloalveoläre Drüsen unterscheiden. Die Form beeinflusst Funktion, Sekretion und Vorkommen im Körper.

Einzellige Drüsen sind z. B. Becherzellen im Darm und in den Atemwegen oder Paneth‑Zellen im Dünndarm. Mehrzellige Drüsen können endo‑ oder extraepithelial sein, etwa Speicheldrüsen, Schweißdrüsen, Milchdrüsen oder die Prostata.

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