Das Endoplasmatische Retikulum
Erfahre, welche Rolle das Endoplasmatische Retikulum in der Zelle spielt.

Das Endoplasmatische Retikulum ist die erste der zwei Stationen, die ein Stoff durchlaufen muss, um die Zelle verlassen zu können.
Hier erfolgen erste Veränderungen (z. B. Anhängen von Zuckern), bevor es dann weiter zum Golgi-Apparat geht.
Man ist leider oft geneigt anzunehmen, es gäbe zwei Organellen: ein raues (rER) und ein glattes (gER, auch sER von engl. "smooth") Endoplasmatisches Retikulum. Das ist aber nicht richtig. Es sind nur zwei verschiedene Zustände ein und desselben Organells.
Sitzen Ribosomen auf dem ER, bezeichnet man es als raues ER, sind keine Ribosomen angeheftet, heißt es glattes ER.
Findet sich nun in einer Zelle viel raues ER, so zeigt das eine hohe Biosyntheserate für Exportproteine an.
In Zellen mit viel glattem ER werden dagegen überwiegend Lipide für den Export und die Zellmembran (z. B. Cholesterin, Steroidhormone) hergestellt; im gER der Leber werden Entgiftungsreaktionen durchgeführt.
Das ER (egal ob rau oder glatt) kann außerdem Calcium aus dem Zytosol aufnehmen und speichern. Besonders wichtig ist diese Funktion für unsere Muskeln. Sie verfügen daher über ein großes, spezialisiertes ER, das man Sarkoplasmatisches Retikulum (SR) nennt.
Nein. Raues (rER) und glattes (gER/sER) Endoplasmatisches Retikulum sind keine zwei unterschiedlichen Organellen, sondern zwei funktionelle Zustände desselben Organells.
Der Unterschied entsteht allein dadurch, ob Ribosomen an der Membran sitzen (→ rER) oder nicht (→ gER).
Raues ER (rER):
• Proteinbiosynthese, insbesondere von Exportproteinen Glattes ER (gER/sER):
• Synthese von Lipiden, z. B. Cholesterin oder Steroidhormonen
• Entgiftungsreaktionen (v. a. in Leberzellen)
Das ER kann Calcium aus dem Zytosol aufnehmen und speichern.
Diese Funktion ist besonders wichtig in Muskelzellen, die dafür ein großes, spezialisiertes ER besitzen: das Sarkoplasmatische Retikulum (SR), das für die Regulation der Muskelkontraktion entscheidend ist.