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Medizinerinnen im Ausland

One year to success – Preliminary year vs. Transitional year vs. Pre-Residency

Max Lippert

Für manche Residencies in den USA braucht es neben guten Noten, mehreren Famulaturen und Publikationen noch etwas Weiteres: ein klinisch vorbereitendes Jahr, das eine breite Wissensbasis vermittelt, bevor es an die eigentliche Fachspezialisierung geht. Dabei kann es manchmal etwas verwirrend sein, für welche Fachrichtungen man nun ein solches zusätzliches Jahr braucht oder auch nicht. Warum ein solches zusätzliches Jahr allerdings besonders interessant für internationale Ärzte und Studierende sein kann, erfährst du in diesem Artikel.

Amerikanisches Klinikum
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Kurze Erläuterung

In den USA gibt es für bestimmte Fachrichtungen die Voraussetzung ein allgemein vorbereitendes PGY-1 zu absolvieren. PGY ist die Abkürzung für Post Graduate Year, also quasi die ersten Assistenzarztjahre nach dem Studium. Die 1 beschreibt das man sich im ersten Assistenzarztjahr befindet. Befindet sich ein Resident (Assistenzärzt*in) zum Beispiel im zweiten Ausbildungsjahr so beschreibt man dies als PGY-2. Ein Assistenzarzt der Neurochirurgie, der insgesamt 7 Jahre Facharztausbildung absolvieren muss und sich in seinem letzten Jahr befindet, ist ein PGY-7. Diese Ausbildungsjahre sind in der Regel ACGME-accredited. Das ACGME (Accreditation Council for Graduate Medical Education) ist eine Non-Profit-Gesellschaft die für die Anerkennung, Akkreditierung und Qualitätskontrolle von ärztlichen Facharztausbildungen, und Subspezialisierungen zuständig ist. So weit so gut.
Der Grund, warum man jetzt aber in bestimmten Fachrichtungen ein eher allgemeinmedizinisch orientiertes Jahr zuerst absolviert, liegt darin, dass der oder diejenige Auszubildende eine gute medizinische Grundlage erwerben soll, bevor es zur Spezialisierung kommt. Man will quasi „keine Fachidioten“ ausbilden.

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Um welche Fachrichtungen geht es konkret?

Die Fachrichtungen, die ein allgemeinmedizinisches Jahr zuerst absolvieren, sind Anästhesie, Augenheilkunde, Radiation Oncology (Radioonkologie/Strahlentherapie),
Neurologie, PM&R (Physikalische Medizin und Rehabilitation), Dermatologie und Radiologie.
Meist beinhaltet das vorbereitende Jahr einen großen Anteil an Innere Medizin, manchmal aber auch komplett nur Innere. Dies ist oft abhängig davon, an welcher Klinik dies absolviert wird.
Ein praktisches Beispiel: Die Mayo Clinic in Rochester (Minnesota) bietet eine insgesamt 4-jährige Residency für Anästhesie an. Dabei ist das PGY-1 darin bereits integriert. Nach diesem PGY-1 geht es aber nicht wie üblich mit dem PGY-2 weiter, sondern der/die Resident geht in das CA-1 über. CA steht dabei einfach nur für Clinical
Anesthesia und beschreibt die nun rein anästhesiologische Weiterbildung.
Dies ist allerdings nur eine Besonderheit in der Anästhesie und viele Residency‘s anderer Fachrichtungen beschreiben ihre weiteren Ausbildungsjahre mit PGY2, PGY3, etc. also nichts über das man sich den Kopf zerbrechen müsste. Es ist aber gut, wenn man diese Formalität einmal gesehen hat.
Gehen wir nun zu den drei verschiedenen Vorbereitungsjahren über, ihre Unterschiede und auf was es zu achten gilt:

Wie unterscheidet sich ein Preliminary Year von einem Transitional Year?

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Obwohl es zwei unterschiedliche Begriffe sind, gibt es unglaublich viele Ähnlichkeiten und die Unterscheidung ist auf den ersten Blick alles andere als einleuchtend. Deswegen hier ein Versuch, die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede darzustellen:

Gemeinsamkeiten

Sowohl das Preliminary Year als auch das Transitional Year sind ein einjähriges Assistenzarztjahr, das einem für die weitere Facharztausbildung vorbereiten und breit aufstellen soll. Oftmals arbeitet man mit anderen PGY-1 aus anderen Fachdisziplinen wie Innere zusammen und hat die gleiche Verantwortung.
Man bekommt das gleiche Gehalt wie ein anderer PGY-1, da man faktisch gesehen eben auch einer ist.
In der Regel sind die Programme ACGME-zertifiziert, was vor allem wichtig ist, um sich auf die weiter oben genannten Residency’s, wie z.B. Anästhesie, bewerben zu können.

Unterschiede

Das Transitional Year gilt als facettenreicher als das Preliminary Year, da man durch mehr unterschiedliche Fachabteilungen rotiert und es mehr Electives (Wahlfächer) gibt.
Beim Preliminary Year liegt meist ein klarer Fokus von Anfang an vor. So gibt es den Fokus auf Innere oder eben auch auf Chirurgie, je nach Klinik und angestrebter weiterer Spezialisierung.
Das Transitional Year ist je nach Klinik das eigentliche Jahr für das man sich bewirbt, um sich für eine weiterführende Residency wie Neurologie, Anästhesie, PM&R, etc. zu qualifizieren. Daher ist es meist auch kompetitiver als das Preliminary Year in Hinsicht auf Bewerberzahlen und USMLE-Scores.
Das Preliminary Year wird oft als „Plan B“ gehandhabt, falls es nicht auf Anhieb mit der Wunsch-Residency klappt. Sie gibt dem Bewerber weitere klinische Erfahrung und die Möglichkeit zu forschen und zu publizieren, um sein Bewerberprofil zu schärfen. Oftmals bewerben sich daher viele IMG’s auf diese Stellen, um einen ersten Fuß zu fassen und klinische US-Erfahrung zu sammeln. Warum dieser Weg so interessant ist und was es zu beachten gilt, wird weiter unten im Text erläutert.

Was ist jetzt eine Pre-Residency genau?

Bei der Pre-Residency handelt es sich ebenfalls um ein klinisches Vorbereitungsjahr mit starken Unterschieden zu den oben genannten Jahren.
Die Pre-Residency ist meist nicht ACGME-akkreditiert. Dadurch kann man sich damit nicht auf spezialisierte Residency’s (Anästhesie, etc.) bewerben und es lässt sich auf keine Residency anrechnen.
Man verbringt die Pre-Residency in einer einzigen Fachdisziplin, um gezielt hier Erfahrungen zu sammeln, oftmals auch in sehr kompetitiven Fachgebieten, da die meisten Bewerber hier nicht sofort bei der 1.Bewerbung eine Stelle bekommen können.
Ein Beispiel: Die University Clinic Iowa bietet eine Pre-Residency für Neurochirurgie an, bei der man für ein-bis zwei Jahre als PGY-1 arbeitet, bei den OP’s assistiert und operiert, Wochenend- und Nachtdienste übernimmt und sich an der Forschung beteiligt. Man bezieht in dieser Zeit ein normales PGY-1-Gehalt.
Die Kruks: Nach zwei Jahren hat man definitiv viel Erfahrung sammeln können und man kann auch die vielen Publikationen vorweisen, die für eine Neurosurgery Residency nötig sind. Man kann sich diese zwei Jahre allerdings dann nicht für die Residency anrechnen lassen, auch nicht in Iowa selbst. Das bedeutet, 2 Jahre Pre-Residency plus 7 Jahre Facharztausbildung Neurochirurgie plus ein einjähriges Fellowship zur Spezialisierung. Heißt, dass man ein ganzes Jahrzehnt nach dem Medizinstudium braucht, um Neurochirurg zu werden. Dies muss gut überlegt sein und ist für bereits ältere Bewerber eine nicht ganz unerhebliche Tatsache, die es zu beachten gilt.

Wie sollte man nun als IMG vorgehen, wenn man ernsthaft einen dieser drei Vorbereitungsjahre für sich selbst in Erwägung zieht?

Es gibt unterschiedlichste Vorgehensweisen dabei. Die nun folgend genannten sind die durch meine Recherche mir subjektiv am erfolgversprechendsten und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Um wirklich in einer US-Klinik ärztlich tätig zu werden, führt leider kein Weg an dem amerikanischen Staatsexamen, dem USMLE, vorbei. Mit USMLE Step 1 dürft ihr bereits Famulaturen absolvieren, sogenannte Rotations. Das USMLE Step 1 wird in der Regel nach zwei Jahren Medizinstudium in den USA absolviert.
Mit Step 2, das dem deutschen zweiten Staatsexamen sehr ähnelt, könnt ihr die sogenannte ECFMG-Certification (Educational Commission for Foreign Medical Graduates) beantragen. Diese ist zwingend notwendig, um sich als internationaler Studierender oder ausländischer Arzt zu bewerben. Manche Programme verlangen auch ein abgeschlossenen Step 3.
Parallel zu den Staatsexamen bzw. nach Step 1, sollte man versuchen, erste US-klinische Erfahrungen zu sammeln. Dies kann über zwei Wege gehen: Man absolviert ein sogenanntes Observership oder eine Rotation.

Das Observership, auch Shadowing genannt, ist relativ unkompliziert, da ihr hier einen euch zugewiesenen Arzt auf seiner Schicht begleitet und so hautnah bei allen Arbeitsabläufen dabei seid und sehen könnt, wie die Arbeit in den USA wirklich ist. Der Vorteil am Observership ist, das ihr selber keine Verantwortung tragen müsst, ihr aber den Arzt in der Regel alles fragen könnt oder auch mit ihm Patientenfälle diskutiert. Zudem ist für das Observership kein Step 1 notwendig wie beispielsweise bei einer Rotation.
Der Nachteil des Observership ist hingegen, dass ihr selber nicht klinisch tätig werden dürft und in aller Regel auch unter Aufsicht keine medizinischen Maßnahmen durchführen dürft. Des Weiteren könnt ihr euch zwar eine schriftliche Bescheinigung nach dem Observership ausstellen lassen, diese ist aber nicht so viel Wert wie die sogenannten SLOE. Die SLOE (Standard Letter Of Evaluation) sind standardisierte Bewertungsbögen, die in den gesamten USA verwendet werden und durch ihre klar strukturierte Metriken es erlauben, Medizinstudierende direkt zu vergleichen. Die SLOE werden nach einer Rotation ausgestellt und sind neben guten Noten das mit wichtigste Auswahlkriterium für Bewerber. Wer für bestimmte Fachgebiete mehr als ein oder zwei SLOE vorweisen kann, erhöht seine Chancen, um ein Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, massiv.

Eine Rotation, die in etwa der Famulatur entspricht, ist hingegen etwas aufwendiger. Man muss sich offiziell auf eine Rotation bewerben. Im Gegensatz zu Deutschland wird man in den USA ein echter Teil eines Teams und arbeitet aktiv an der Behandlung der Patienten mit. Während den Visiten werden die Studierenden oft über die Krankheitsbilder der Patienten befragt. Wer hier gut vorbereitet ist, kann punkten und positiv auffallen. Es zählt aber nicht nur reine Wiedergabe von Wissen. Der aktive Wille, sich in das Team gewinnbringend einbringen zu wollen, sowie hohe Lernbereitschaft und Interesse zu zeigen, zählen genauso dazu. Es ist nicht unüblich, das Studierende zu bestimmten Patientenfällen oder Krankheitsbildern einen Vortrag vorbereiten sollen, dem man dann vor dem ganzen Team präsentiert.
Wer erste Publikationen für die Bewerbung für ein Vorbereitungsjahr vorweisen kann, ist definitiv gern gesehen, aber es wird nicht vorausgesetzt.

Fazit

Wer einen Einstieg in die Medizin der USA sucht, für den können die genannten Vorbereitungsjahre durchaus interessant sein. Ob jemand einfach nur ein Jahr in den USA zum Sammeln von Erfahrungen absolvieren möchte, oder sich ernsthaft für eine US-Residency vorbereitet, liegt mit dem Preliminary Year oder einer Pre Residency goldrichtig.

Häufige Fragen und Antworten

PGY-1 steht für „Post Graduate Year 1“ und bezeichnet das erste Assistenzarztjahr nach dem Medizinstudium. In bestimmten Fachrichtungen (z. B. Anästhesie, Neurologie oder Dermatologie) ist dieses allgemeinmedizinisch geprägte Jahr Voraussetzung, um eine breite medizinische Basis zu schaffen, bevor die Spezialisierung beginnt.

Beide sind einjährige Vorbereitungsjahre (PGY-1), unterscheiden sich aber im Aufbau:

  • Transitional Year: Breiter aufgestellt, mit Rotationen durch verschiedene Fachbereiche und mehr Wahlfächern; oft kompetitiver.
  • Preliminary Year: Stärker fokussiert (z. B. Innere Medizin oder Chirurgie) und wird häufig als „Plan B“ genutzt, um klinische Erfahrung zu sammeln und das Bewerbungsprofil zu verbessern.

Eine Pre-Residency ist ein klinisches Vorbereitungsjahr (oder mehrere Jahre) in einer einzelnen Fachdisziplin, meist ohne ACGME-Akkreditierung. Dadurch kann sie nicht auf eine spätere Facharztausbildung angerechnet werden. Zwar sammelt man viel Erfahrung und Forschung, jedoch verlängert sich der gesamte Ausbildungsweg deutlich, da man die eigentliche Residency anschließend komplett absolvieren muss.

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