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Ulm: Universität

Blocksemester in Ulm: Was dich erwartet

Anne Schönell

Klinik statt Hörsaal: Im Blocksemester in Ulm tauchst du für mehrere Monate direkt in den medizinischen Alltag ein. Von OP-Assistenzen bis Patient*innenbetreuung – hier sammelst du intensiv praktische Erfahrung in 14 Fachbereichen. Was dich erwartet, wie der Ablauf organisiert ist und worauf du dich einstellen solltest, erfährst du hier.

Besprechung von Ärzten / Ärztinnen im Krankenhaus
© LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by models.

Blocksemester in Ulm: Was dich erwartet

Kein Stundenplan mehr mit Vorlesungen, dafür Klinikalltag pur: Im Blocksemester an der Universität Ulm tauchst du für mehrere Monate direkt in den medizinischen Alltag ein. Du rotierst durch verschiedene Fachrichtungen, arbeitest auf Station und sammelst praktische Erfahrungen, oft intensiver als je zuvor im Studium. Das Blocksemester ist ein verpflichtender Teil des klinischen Studienabschnitts. Es kann im 8. oder 9. Fachsemester absolviert werden. Beendet wird es mit der neuen „PJ-Reife-OSCE“, um zu überprüfen, ob du wirklich fit für das Praktische Jahr bist. Aber wie läuft das Ganze eigentlich ab? Und worauf solltest du dich einstellen?

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Was ist das Blocksemester überhaupt?

Im Blocksemester verabschiedest du dich von klassischen Vorlesungen und Seminaren. Stattdessen wechselst du jede oder jede zweite Woche die Fachabteilung. Das bedeutet für dich: Du bist direkt in den Klinikalltag eingebunden, nimmst an fachspezifischen Seminaren teil, betreust Patient*innen oder assistierst im OP. Der Fokus liegt auf der praktischen Ausbildung.
Je nach Fach und Station unterscheidet sich, wie viel du selbst machen darfst. Häufig übernimmst du Aufgaben wie Blutentnahmen oder das Legen peripher-venöser Zugänge. Manchmal kannst du aber auch die Aufnahme von Patient*innen oder Untersuchungen durchführen, bei Visiten mitarbeiten und anschließend der Oberärztin bzw. dem Oberarzt Patient*innen vorstellen.

Diese Fächer erwarten dich

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Insgesamt durchläufst du 14 Fachbereiche. Die großen Fächer – Innere Medizin, Chirurgie, Psychiatrie und Allgemeinmedizin – dauern jeweils zwei Wochen. Alle anderen Fächer: Kinderheilkunde, Gynäkologie, Urologie, Orthopädie, Augenheilkunde, HNO, Anästhesie/Notfallmedizin, sowie bildgebende Verfahren (Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie) und die Einführung in die Chirurgie finden jeweils einwöchig statt. Dazu kommt noch ein Ethikseminar, das an zwei Nachmittagen bzw. Abenden stattfindet. Der Alltag unterscheidet sich je nach Fach deutlich: In der Chirurgie bist du oft im OP und assistierst, in der Inneren Medizin hast du meist mehr direkten Patient*innenkontakt. Kleinere Fächer sind oft etwas verschulter, dadurch aber auch strukturierter.

So läuft die Organisation

Einige Monate vor Beginn des Blocksemesters wählst du deine Blockgruppe über CoronaNG. Parallel kannst du auf Moodle bereits den Rotationsplan einsehen und schauen, wann du welche Fächer hast und wann du frei hast. Die Vergabe ist ziemlich kompetitiv. Du bekommst also nicht immer deine Wunschgruppe und solltest flexibel bleiben.

Deine Wahlmöglichkeiten im Blocksemester

Innerhalb bestimmter Fächer kannst du zusätzlich wählen – zum Beispiel, in welcher Abteilung du deine Zeit in der Chirurgie oder Inneren Medizin verbringst. Auch deine allgemeinmedizinische Praxis suchst du dir aus einer Liste selbst aus (also natürlich wie immer nach dem Prinzip first come, first served; die Wahl dazu findet auf Moodle statt). Mit der Wahl deiner Blockgruppe legst du außerdem fest, in welche psychiatrische Klinik du rotierst – Weissenau, Günzburg oder Ulm. Auch hier gilt: Schnell sein lohnt sich. Gerade in Chirurgie und Innerer Medizin solltest du frühzeitig deine Wunschstationen per Mail angeben.

Anwesenheit: keine Gnade

Im Blocksemester gilt meist strenge Anwesenheitspflicht. Je nach Fach sind Fehlzeiten unterschiedlich geregelt – manchmal darfst du gar nicht fehlen, manchmal einen halben oder einen ganzen Tag, oft nur mit Attest. Im besten Fall wirst du in dieser Zeit nicht krank. Dein Alltag ähnelt dabei häufig einem Vollzeitjob: Die Tage gehen meist bis 16 oder 17 Uhr. Freie Wochen nutzt du gegebenenfalls noch für Famulaturen. Wenn du Glück hast, bleibt auch mal Zeit für Urlaub, einen Nebenjob oder deine Doktorarbeit.

Prüfungen im Blocksemester

Am Ende jeder Woche steht in der Regel ein Leistungsnachweis an. Das kann eine Klausur, eine mündliche Fallvorstellung oder eine Patient*innenvorstellung im klinischen Setting sein. Du bereitest dich also parallel zum laufenden Klinikalltag auf deine Prüfungen vor. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Fach, bewertet wird blockweise. Neu ist außerdem die sogenannte „PJ-Reife-OSCE“-Prüfung am Ende des Blocksemesters. Dabei werden alle Fächer, die du im Blocksemester durchläufst, in praktischen Prüfungssituationen mit Schauspielpatient*innen im Trainingskrankenhaus geprüft. Dazu folgt noch ein eigener Artikel.

Fazit: Viel Praxis, wenig Freizeit

Im Blocksemester bekommst du einen intensiven Einblick in den Klinikalltag und sammelst wertvolle praktische Erfahrungen in vielen Fachbereichen. Gleichzeitig gehört aber auch weniger spannende Arbeit dazu: Blutentnahmen, Zugänge legen oder Botengänge sind keine Seltenheit. Durch die langen Tage bleibt oft wenig Zeit für Lernen, Nebenjob oder Freizeit. Wenn du alles unter einen Hut bekommen willst, sind gute Organisation und Durchhaltevermögen entscheidend. Dennoch bist du dir nach dem Blocksemester gegebenenfalls sicher, dass deine Lieblingsfachrichtung wirklich etwas für dich ist oder du entdeckst eine neue Fachrichtung für dich.

Viel Erfolg im Blocksemester!

Häufige Fragen und Antworten

Im Blocksemester gibt es keine klassischen Vorlesungen und Seminare mehr. Stattdessen bist du direkt in den Klinikalltag eingebunden, rotierst wöchentlich oder zweiwöchentlich durch verschiedene Fachabteilungen, arbeitest auf Station, nimmst an fachspezifischen Seminaren teil, betreust Patient*innen oder assistierst im OP. Der Fokus liegt klar auf praktischer Ausbildung.

Insgesamt durchläufst du 14 Fachbereiche. Die großen Fächer – Innere Medizin, Chirurgie, Psychiatrie und Allgemeinmedizin – dauern jeweils zwei Wochen. Alle anderen Fächer wie Kinderheilkunde, Gynäkologie, Urologie, Orthopädie, Augenheilkunde, HNO, Anästhesie/Notfallmedizin sowie bildgebende Verfahren und die Einführung in die Chirurgie finden jeweils einwöchig statt. Zusätzlich gibt es ein Ethikseminar an zwei Nachmittagen bzw. Abenden.

Im Blocksemester gilt meist eine strenge Anwesenheitspflicht, die je nach Fach unterschiedlich geregelt ist. Fehlzeiten sind oft nur eingeschränkt oder mit Attest möglich. Der Alltag ähnelt häufig einem Vollzeitjob, mit Arbeitstagen bis etwa 16 oder 17 Uhr. Dadurch bleibt oft wenig Zeit für Freizeit, Nebenjob oder Lernen.

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