Das 9. Semester an der Uni Tübingen
Das 9. Semester an der Uni Tübingen ist ein ganz Besonderes, weil du dort alle Blockpraktika während des Semesters am Universitätsklinikum machst – anders als an anderen Unis, wo die Praktika oft in den Ferien liegen und du sie selbst organisieren musst. Laura berichtet hier, wie sie das 9. Semester erlebt hat.

Allem vorweg: Das 9. Semester ist das entspannteste Semester der Klinik, zumindest haben meine Freunde und ich das so empfunden. Du hast nur ungefähr 2 Vorlesungen pro Woche, diese finden abends statt. Also kein Vergleich zu den anderen Semestern, wo dich meist 2-3 Vorlesungen pro Tag erwartet haben. Tagsüber bist du in den Blockpraktika, wobei die Zeiten stark variieren. In manchen Fachrichtungen bleibst du den ganzen Tag in der Klinik, in vielen jedoch nur wenige Stunden.
Oft hast du auch nur eine 4-Tage Woche oder sogar weniger. Dadurch bleibt viel Freiraum, etwa für einen Nebenjob, die Doktorarbeit oder auch einfach mal ein wenig Freizeit. Ich habe das wirklich sehr geschätzt und versucht, die Zeit zu genießen.
Was genau du in den Blockpraktika machst oder siehst, hängt stark von den Fachrichtungen ab. Manchmal hast du viel Patient*innenkontakt, manchmal Veranstaltungen im Seminar-Charakter. Bei einigen Fächern kannst du deine eigenen Schwerpunkte und Zeiten einteilen, andere wiederum haben einen festen Stundenplan. Auch der Lerneffekt ist sehr variabel und hängt von der Betreuung ab.
Als Leistungsnachweise musst du meist kleine Präsentationen oder mündliche Prüfungen absolvieren. Der Arbeitsaufwand hält sich hier aber definitiv in Grenzen. Für die Fächer Anästhesie und Innere Medizin hast du am Ende des Semesters nochmals eine Multiple-Choice-Prüfung, zusammen mit den beiden Vorlesungen Differenzialdiagnose und dem Querschnittsbereich Klinisch-Pathologische Konferenz. Das heißt für dich: nur ein statt der üblichen zwei Prüfungsblöcke! Ein weiterer Vorteil dieses Semesters.
Ich habe in den Blockpraktika insgesamt eine gute Zeit gehabt. Der Lernerfolg und die Betreuung schwankt teilweise, die meisten Fächer haben sich aber sehr gut organisiert. Man bekommt einen guten Einblick in die verschiedensten Fachrichtungen, kann die Zeit allerdings nicht mit einer Famulatur vergleichen. Dennoch kannst du eine interessante und spannende Zeit haben, und dazu noch zusammen mit deinen Kommilitoninnen und Kommilitonen!
Meine 3 liebsten Blockpraktika waren die Pädiatrie, Psychiatrie und Anästhesie. In der Pädiatrie hat mir besonders das Reanimationstraining gefallen. Mit der Psychiatrie hatte ich bisher nur wenige Berührungspunkte, war aber hier eine ganze Woche auf einer Akutstation und habe vieles Interessante gesehen und gelernt. In der Anästhesie gab es spannende Simulationen und während der 3 Tage im OP konnte ich weitere praktische Erfahrungen sammeln. Abschließend bleibt mir also zu sagen: Freu dich auf das 9. Semester, denn es ist das coolste!
Weil du nur wenige Vorlesungen hast, oft eine 4-Tage-Woche und flexible Blockpraktika. Dadurch bleibt viel Zeit für Freizeit, Nebenjob oder die Doktorarbeit.
Die Inhalte variieren je nach Fachrichtung: von Patient*innenkontakt über Seminare bis hin zu praktischen Übungen wie Reanimationstraining oder Simulationen im OP.
Neben kleinen Präsentationen und mündlichen Prüfungen gibt es am Ende eine Multiple-Choice-Prüfung für Anästhesie und Innere Medizin sowie die Vorlesungen Differenzialdiagnose und Klinisch-Pathologische Konferenz.