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München: Technische Universität

Entscheidung nach dem Physikum: LMU vs. TU München

Marisa Kurz

Wer in München Medizin studiert, muss sich nach dem Physikum entscheiden, an welcher Universität es mit dem Studium weitergeht. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen, um deine Entscheidung zu fällen.

Münchner Innenstadt
© f11photo/stock.adobe.com - Stock photo.

In München gibt es zwei medizinische Fakultäten, die der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die der Technischen Universität (TU). In der Vorklinik sind die knapp 1000 Student*innen pro Jahrgang noch an beiden Universitäten immatrikuliert, wobei die Veranstaltungen zum allergrößten Teil an der LMU stattfinden. Nach dem Physikum teilen sie sich auf die beiden Unis auf.


Die gute Nachricht ist: bei der Entscheidung für eine der beiden Fakultäten kann man eigentlich nichts falsch machen. Beide sind Top-Adressen und schneiden in nationalen wie internationalen Rankings mit Spitzenplätzen ab.
Dennoch unterscheidet sich das Klinik-Studium an den beiden Unis in manchen Punkten. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie viele Studienplätze gibt es an der LMU und an der TU?

Die TU hat weniger Studienplätze als die LMU. 60% der Vorkliniker*innen werden an der LMU weiterstudieren, 40% an der TU.

Wann muss man sich für eine Fakultät entscheiden? Und wie läuft das ab?

Vorkliniker*innen aus München müssen noch vor dem Physikum angeben, an welcher Uni sie weiterstudieren wollen. Die Wunsch-Uni muss im sogenannten „Antrag auf Fortsetzung des Medizinstudiums“ angegeben werden. Die Frist zur Abgabe des Antrags liegt in der Regel etwas hinter der Anmeldung zum Physikum, also Mitte Januar für das Frühjahrs-Physikums bzw. Mitte Juli für das Herbst-Physikum. Die Fristen findest du auf der Homepage des Prüfungsamts.

Nach welchen Kriterien werden die Studienplätze vergeben?

Zunächst werden die Student*innen mit den besseren Physikumsnoten auf ihre gewünschten Fakultäten verteilt. Sobald alle Plätze an einer Fakultät belegt sind, kommen die restlichen Student*innen an die andere Fakultät. Da die TU weniger Studienplätze hat, ist hier natürlich schneller „dicht“. Welche Note es braucht, um an die TU zu kommen, hängt von der Anzahl und den Noten der Mitbewerber*innen ab. Grob gesagt braucht es ungefähr eine 2,5, es gab aber auch Jahre, in denen eine 3,0 oder sogar eine 3,5 gereicht hat.

Kann man die Fakultät nachträglich noch wechseln?

Ja, aber nur mit einem/einer Tauschpartner*in.

Wie unterscheiden sich die Stundenpläne an den beiden Fakultäten?

Vorab sei eins gesagt: die Approbationsordnung gibt vor, welche Fächer in welchem Umfang unterrichtet werden müssen und alle Medizinstudent*innen in Deutschland werden durch dieselben Staatsexamina geprüft. Das heißt: dramatisch unterscheiden sich die Stundenpläne nicht!


Dennoch gibt es einige kleine Unterschiede: An der LMU sind die Themen und Fächer in Modulen geordnet, in denen theoretischer und klinisch-praktischer Unterricht aufeinander abgestimmt sind. Prüfungen finden nach Abschluss einzelner Blöcke während des Semesters im Abstand von vier bis acht Wochen statt. Man konzentriert sich inhaltlich also in einer kurzen Zeit sehr intensiv auf ein Fach und schließt dieses direkt mit einer Prüfung ab. Die Stundenpläne sind daher verbindlicher vorgegeben, auf Wunsch gibt es allerdings auch Tauschmöglichkeiten. Im Rahmen eines Longitudinal-Kurses werden bestimmte Fächer wie Allgemeinmedizin, Pharmakologie, Pathologie aber auch über mehrere Semester unterrichtet. Außerdem gibt es ein spezielles Kommunikations- und Wissenschaftscurriculum, das sich durch das Klinikstudium zieht.


An der TU sind die Fächer nicht so stark blockweise strukturiert. Eine interdisziplinäre Vorlesung zu Innerer Medizin, Chirurgie und Pathologie zieht sich durch das Klinikstudium. Der Stundenplan ist flexibler, das heißt, man kann einzelne Fächer vorziehen oder nach hinten schieben und sich so Luft während eines Semesters schaffen. Die Organisation läuft recht einfach über einen Online-Support ab, der in der Regel innerhalb von 24 Stunden antwortet. Insgesamt gibt es an der TU etwas weniger Pflichtveranstaltungen und die TU zeichnet außerdem mehr Veranstaltungen auf, die online gestellt werden. Die Klausuren an der TU finden im Gegensatz zur LMU nicht über das Semester verteilt, sondern gebündelt am Ende des Semesters statt.

Wie sieht es mit Patient*innenkontakt während des Studiums aus?

Unabhängig von den Famulaturen hat man an der LMU zu Beginn der Klinik mehr Patient*innenkontakt als an der TU. Hier wird eine „Learning by doing“ Strategie verfolgt. An der TU wird der Patient*innenkontakt erst später intensiver, nach dem Motto „Learning, then doing“. Wobei auch hier von Anfang an Kurse mit Praxisbezug, insbesondere im Simulationszentrum, stattfinden. Die Famulaturen laufen an beiden Unis gleich ab.

Und was ist mit dem Freisemester für die Doktorarbeit?

An der LMU kann ein Semester für ein wissenschaftliches Projekt, z. B. für eine Doktorarbeit oder ein Praktikum im Ausland, genutzt werden. An anderer Stelle ist der Stundenplan dafür etwas dichter gepackt. Den Zeitpunkt des Freisemesters können die Studenten flexibel festsetzen. Dadurch, dass man sich an der TU einzelne Semester durch eine Umstrukturierung des Stundenplans freischaufeln kann, steht hier einem Freisemester auch nichts im Weg. Grundsätzlich können an beiden Fakultäten zusätzliche Freisemester, z. B. für die Doktorarbeit genommen werden.


An der TU promoviert man automatisch im Rahmen einer „Graduate School“, wobei es unterschiedliche Programme gibt: von der "normalen" Doktorarbeit über strukturierte Promotionsprogramme bis zum "PhD" Promotionsstudiengang. An der LMU gibt es ebenfalls strukturierte Promotionsprogramme – auch mit attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten.

Wie sieht es mit Auslandsaufenthalten aus?

Auslandsaufenthalte sind natürlich an beiden Fakultäten möglich. Das Auslandsangebot, etwa die Liste der Erasmus-Partneruniversitäten, ist an der LMU allerdings etwas größer als an der TU. Außerdem gibt es an der LMU mehr strukturierte Austauschprogramme. Dennoch kommt man über beide Fakultäten mit Top-Unis in Kontakt: so haben beide etwa Kontakte zu der renommierten Cornell University in New York.

Wie sieht es mit Zusatzangeboten aus?

An beiden Unis gibt es vielseitige Zusatzangebote und Wahlfächer. Beide Unis haben außerdem moderne Simulationszentren und Mentor*innenprogramme.

Fazit

Die Entscheidung, an welcher Uni es weitergeht, solltet ihr vor allem davon abhängig machen, welcher Lerntyp ihr seid. Beide Universitäten bieten eine hervorragende Ausbildung. Wer eher eigenverantwortlich arbeiten möchte und großen Wert auf Flexibilität legt, ist an der TU richtig aufgehoben. Wer hingegen Leistungsnachweise während des Semesters als Motivation zum Lernen schätzt und Klausuren nicht gebündelt am Ende des Semesters schreiben will, sollte an die LMU gehen.

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Häufige Fragen und Antworten

Nach dem Physikum werden die Studierenden entsprechend der Kapazitäten (60 % LMU, 40 % TU) und basierend auf ihren Physikumsnoten einer der beiden Fakultäten zugeteilt. Der Wunsch wird im „Antrag auf Fortsetzung des Medizinstudiums“ angegeben.

Die LMU arbeitet stärker blockweise mit Modulprüfungen während des Semesters und setzt früh auf Patient*innenkontakt. Die TU bietet flexiblere Stundenpläne, mehr Online‑Material und gebündelte Prüfungen am Semesterende. Beide erfüllen die Vorgaben der Approbationsordnung und führen zum gleichen Examen.

Das hängt vom Lerntyp ab:
Wer klare Struktur, regelmäßige Leistungsnachweise und frühzeitigen Patient*innenkontakt bevorzugt, ist an der LMU gut aufgehoben. Wer flexibler lernen möchte, gern Veranstaltungen schiebt oder viele digitale Angebote nutzt, profitiert von der TU.

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