Das zweite Semester in Freiburg: Diese Fächer erwarten dich
Der Winter neigt sich dem Ende zu und auch das erste Semester haben wir hinter uns gelassen. Mit dem zweiten Semester in Freiburg im Humanmedizinstudium geht das Studium nun in die nächste Runde – inhaltlich vor allem durch die Histologie geprägt.

Abschlussklausur Biologie
Anfang April stand die Abschlussklausur in Biologie an. Hierfür haben die meisten von uns bereits im März zu lernen begonnen. Es empfiehlt sich, zu Beginn ein gut verständliches Buch zu wählen, da vor allem Zellzyklus und Bakteriologie gerne geprüft werden - solides Wissen zahlt sich hier aus. Auch die Vorlesungsfolien sollte man sich zu Gemüte führen; hier finden sich die ein oder anderen Fakten die sonst nur in umfangreicher Fachliteratur zu finden sind.
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Mikroskopische Anatomie - oder auch: Der Histo Kurs
Mitte April ging es dann mit den Kursen los. Der mit Abstand zeitintensivste Kurs im zweiten Semester ist die mikroskopische Anatomie oder von Studierenden auch liebevoll „Histo“ genannt. An zwei Nachmittagen in der Woche werden im Histosaal Präparate besprochen und gemeinsam mikroskopiert. Es empfiehlt sich, die Tage anhand des Kursskripts bereits vorzubereiten. So schön die Histologie auch ist: Wenn man nicht weiß, wonach man sucht, sind es am Ende nur bunte Zellhaufen und der Lerneffekt eher gering. Vor allem die ersten Kurstage mit den Grundgeweben sind hier von enormer Bedeutung. Aber keine Sorge - mit den passenden Lernmaterialien ist die Histologie sehr gut machbar.
Die Anki-AG hat in Zusammenarbeit mit Prof. Vlachos ein Histo-Deck erstellt, in dem alle Freiburger Präparate zu finden sind. Zudem sind die entsprechenden Kurstage mit den Kapiteln aus dem „Taschenlehrbuch Histologie“ (Lüllmann-Rauch) abgestimmt. Es lohnt sich also, bereits zu Beginn des Kurses mit dem Buch sowie den Ankis zu lernen.
Die Klausur zum Kurs findet in zwei Etappen statt. Die erste umfasst 10 Fragen über die Grundgewebe - es lohnt sich, diese vor allem auch an den Präparaten und mit Anki gut zu lernen. In der zweiten Klausur finden sich schließlich sämtliche Organe und Gewebe des Körpers, abgefragt in 20 Fragen.
Abschluss der Fächer Psychologie und Soziologie
Aber natürlich war das noch nicht alles. Auch das Fach PsychSoz begleitet euch im zweiten Semester. Neben der Vorlesung gibt es wieder zwei Seminartermine. Diese umfassen sowohl die Sicht der künftigen Ärzt*innen als auch die der Patient*innen. Ein besonderes Highlight war bei uns der Besuch eines schwer erkrankten Patienten sowie einer Sterbebegleiterin, die uns jeweils aus ihrer Perspektive berichteten. Für die Klausur im Sommer empfiehlt es sich, viel zu kreuzen. Beide Institute halten sich bei Ihren Fragen streng im IMPP-Stil, sodass die Altfragen vom Physikum die optimale Vorbereitung bieten. Besondere Schwerpunkte gab es bei uns nicht.
Die Seminare im zweiten Semester
Neu sind zudem die Seminare zur Molekularmedizin und Biochemie. Beide erstrecken sich über das gesamte zweite Semester. Meist wird ein Grundlagenthema oder Krankheitsbild gemeinsam erarbeitet, sodass man neben den tiefen molekularen Funktionen im Körper zusätzlich bereits einen kleinen Einblick in die Klinik bekommt. Auch muss jeder Studierende einen Kurzvortrag in einem dieser Seminare halten; die Fächer werden zugelost, die Themen dürfen je nach Dozent*in selbst gewählt werden. Aber keine Sorge: es gibt weder Noten, noch wird Perfektion erwartet. Die Dozent*innen unterstützen bei schwierigen Sachverhalten wohlwollend.
Last but not least gab es noch das Seminar „Wissenschaftliches Denken und Handeln“. Hier dreht sich alles rund um wissenschaftliche Arbeiten. Ihr lernt verschiedene Studientypen kennen und erfahrt, welche Informationen für euch und eure späteren Patient*innen besonders relevant sind. Die Inhalte sind auch für die Klausur in Psychologie/Soziologie relevant, da diese hier mitgeprüft werden. Das Seminar fand bei uns erstmalig im Blended Learning statt. In 10 Kurswochen gab es jeweils Online-Module zu bearbeiten; der Zeitaufwand war hierbei durchaus überschaubar. An drei Terminen trifft man sich in seiner Seminargruppe und bespricht kleine Hausarbeiten oder erarbeitet die Ergebnisse einer Studie in Kleingruppen.
Insgesamt ist das zweite Semester in Freiburg schon deutlich „medizinscher“ und mengenmäßig eine Herausforderung. Mit einer guten Struktur und etwas Durchhaltevermögen ist es jedoch gut machbar. Wichtig ist es, vor allem in Histo gleich zu Beginn mit dem Lernen zu starten und nicht erst auf die zweite Klausur zu hoffen.
Der zeitintensivste und anspruchsvollste Kurs ist die mikroskopische Anatomie („Histo“). Hier werden zweimal pro Woche Präparate besprochen und mikroskopiert. Eine gute Vorbereitung mit Kursskript, Anki‑Deck und dem Taschenlehrbuch Histologie (Lüllmann‑Rauch) erleichtert den Einstieg.
Die Histo-Prüfung besteht aus zwei Teilen:
- Grundgewebe – 10 Fragen, stark präparatebasiert.
- Organe und Gewebe des gesamten Körpers – 20 Fragen.
Ein frühzeitiger Lernstart lohnt sich, besonders für die Grundgewebe.
Neben Histologie stehen Psychologie/Soziologie, Molekularmedizin und Biochemie auf dem Plan – jeweils mit Seminaren. Zusätzlich gibt es das Seminar „Wissenschaftliches Denken und Handeln“, das Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit vermittelt und teilweise in PsychSoz mitgeprüft wird.