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Düsseldorf: Heinrich Heine Universität

Das zweite Studienjahr an der HHU – mein Rückblick

Eline Meijer

Das zweite Jahr im Medizinstudium an der HHU war intensiv, lehrreich und manchmal auch überwältigend – aber nie langweilig. Von der ersten Biochemie-Vorlesung im Ersatzhörsaal bis zur letzten Histologieprüfung im Juli: Ein Rückblick auf ein Studienjahr, das Wissen vertieft, Verbindungen geschaffen und den Weg zum Physikum geebnet hat.

Medizinstudentin in Vorlesung
© JackF/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by a model.

Zwischen Homöostase, Herzzyklus, Hämatokrit, Humangenetik und Histologie – das zweite Jahr Medizinstudium war geprägt von vielen Herausforderungen und doch auch jeder Menge Heiterkeit.

Aber beginnen wir am Anfang: Es ist ein kühler Montagmorgen im Oktober; so startet mein drittes Semester im sogenannten „Ersatzhörsaal“ der HHU. Nachdem sich alle begrüßt und kurz auf den neuesten Stand gebracht haben, muss die Aufmerksamkeit direkt nach vorne gerichtet werden, denn als erstes steht eine Vorlesung Biochemie auf dem Programm. Endlich wird der schon so oft erwähnte Citratzyklus eingeführt. Zudem ist es mit der Biochemie – sowie der anschließenden Anatomievorlesung nicht genug, denn nachmittags hat meine Kleingruppe bereits den ersten Präptermin. Dieser findet erstmalig in der frisch eingeweihten P.A.L.M.E. – dem Platz für Austausch, Lernen, Medizin und Entwicklung – statt.

Generell steht der Themenblock 5 unter dem Motto „Ernährung, Verdauung und Bioenergetik“. Das bedeutet, dass der Fokus einerseits auf der Anatomie der inneren Organe und andererseits auf den biochemischen Grundlagen der Energiegewinnung liegt. In diesen acht Wochen absolvieren die Studierenden den letzten Teil des Präparierkurses und schließen diesen mit einem mündlichen Testat ab. Zudem darf man sich mit den Unterschieden der Glykolyse, Glykogenolyse, Glykogenese und Gluconeogenese auseinandersetzen und ja, das ist zu Beginn leider genauso verwirrend wie es aussieht.

Mir persönlich bleibt TB5 als sehr intensiv in Erinnerung, denn die Unitage sind durch das Präppen sehr lang und die Anzahl der Ankis durch Anatomie auch sehr hoch. Dazu kommt Biochemie, wo die Devise fleißig nacharbeiten und gemeinsam durchsprechen ist. Da würde ich wirklich empfehlen, am Ball zu bleiben und stetig zu lernen, denn sonst ist die Stoffmenge schon sehr groß. Sonst muss ich aber zugeben, dass ich diesen Teil des Präpkurses am anschaulichsten fand, denn ein Herz, die Leber oder den Durchmesser der Aorta mal in der Realität zu sehen, ist schon beeindruckend. Ein bisschen Abwechslung bringen die Wahlfächer mittwochs, denn wie im vorherigen Artikel beschrieben, gibt es ab dem dritten Semester mittwochs keine festgelegten Univeranstaltungen, sondern die Studierenden müssen selbst Kurse belegen.

Nach TB 5, inklusive des finalen makroskopischen Anatomietestates, geht es nahtlos mit dem sechsten Themenblock weiter. Hier rückt die Anatomie eher in den Hintergrund und es geht inhaltlich ganz viel um Herz- und Kreislaufphysiologie, Blut und dessen Gerinnung sowie um Immunologie. Nach dem doch vielen Auswendiglernen im Block zuvor ist die Vorweihnachtszeit sowie der Januar eher vom Verständnislernen geprägt.

Für uns ist es das erste Mal, dass wir Physiologie und Biochemie als die vorherrschenden Fächer parallel lernen müssen. Ich finde es auf eine andere Art und Weise anspruchsvoll, aber durch die zwei Wochen Pause über Weihnachten und Silvester habe ich die Möglichkeit, die Vorweihnachtszeit trotzdem ein bisschen zu genießen, da in den Ferien Zeit zum Nacharbeiten und Erholen ist. Im neuen Jahr geht es dann in den Semesterendspurt und ehe wir uns versehen, ist das dritte Semester auch schon wieder um.

Ich kann empfehlen, die Physiologieseminare gut vorzubereiten, denn erstens besteht man dann die Antestate einfacher und zweitens wird das Vorwissen gefestigt. Meiner Meinung nach nimmt man einfach mehr mit, wenn der Stoff nicht unbekannt ist, und außerdem bieten die Seminare auch immer nochmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es gibt nur sehr wenige doofe Fragen und meistens hat mindestens eine Person das Gleiche noch nicht verstanden. Deshalb traut Euch bei Unklarheiten nochmal nachzufragen!

Im April starten wir nach der vorlesungsfreien Zeit ins vierte Semester. TB 7 trägt den Namen „Atmung, Homöostase und Leistung“. Wieder ist die Physiologie das dominierende Fach. Außerdem finden die allerletzten Physikpraktika statt und erstmalig verbringt man eine Woche im Semester bei einem Hausarzt einer Lehrpraxis. Im sogenannten Patientenpraktikum 2 (PP 2) kann man die im Famulaturreifekurs bereits erlernten Untersuchungstechniken an echten Patient*innen anwenden. Zudem muss am Ende der Woche eine kleine Prüfung absolviert werden, die Mini Clinical Examination, mit der man dann die Famulaturreife erwirbt, um ab der anschließenden vorlesungsfreien Zeit wie im Regelstudiengang auch mit den Famulaturen beginnen zu dürfen. Mir hat es geholfen, in der Woche vor dem PP 2 nochmal die Untersuchungen mit Freund*innen zu üben, um vorbereiteter in die Praxis zu gehen.

Ein weiteres neues Format sind die integrierten Seminare. In Physiologie gibt es im vierten Semester insgesamt vier Termine, für die jeweils fünf bekannte Themenkomplexe aus vergangenen Themenblöcken vorbereitet werden müssen. Wenn man vom Dozierenden ausgewählt wird, muss man der eigenen Kleingruppe das Thema frei vorstellen – ohne Notizen oder Karteikarten. Lediglich das Whiteboard darf zu Veranschaulichungszwecken verwendet werden. Je nachdem, welcher Lerntyp man ist, kann es sinnvoll sein, sich vor dem Integrierten Seminar mal einen Raum in der Oase, also der Medizinerbibliothek, zu buchen. Manche davon verfügen auch über Whiteboards und dann können die vorbereiteten Themen den Kommiliton*innen fast unter Seminarbedingungen präsentiert werden.

Direkt im Anschluss an TB 7 geht es mit dem letzten Themenblock des Studienjahres weiter. TB 8 besteht aus einer zunächst etwas willkürlich wirkenden Kombination an Fächern. In der Biologie wird erstmalig Humangenetik gelehrt, in Anatomie beschäftigt man sich mit der Entwicklung des Lebens, also der Embryologie, und in Biochemie geht es neben der Reproduktion um Alterungsprozesse sowie Tumorentstehung. Durch den vollen Stundenplan und die Feiertage verging TB 8 wie im Flug und ehe wir uns versehen, ist es schon Anfang Juli. Wir haben den letzten Termin im Famulaturreifekurs und kurz danach findet in der Woche vor der Klausur das große Histologietestat, in dem wir ein Präparat erkennen, zeichnen und dazu Fragen beantworten müssen, statt.

Für Humangenetik kann ich empfehlen, sich hauptsächlich mit den Seminaren und den dort besprochenen Fallbeispielen auf die Klausur vorzubereiten. In Histologie hilft es mir total, den Stoff der alten Blöcke mit Mitstudierenden frühzeitig zu wiederholen und sich dann einfach abwechselnd Präparate auf LensD auszusuchen und diese durchzusprechen. Das mag am Anfang schwierig sein, wenn vieles gleich aussieht und man viele Fehler macht, aber durch den Austausch mit anderen findet man die kleinen Details, die den Unterschied machen. Zusätzlich bereitet es mir einfach immer viel mehr Freude, mit anderen zusammen zu lernen und die Lernkurve ist wirklich steil.

Wenn ihr TB 8 dann besteht und auch in den einzelnen Fächern mindestens sechzig Prozent erreicht habt, kann ich euch gratulieren, denn dann habt ihr das Physikumsäquivalent in allen Fächern der ersten zwei Jahre geschafft und somit einen großen Schritt zum ersten Staatsexamen gemacht!
Zusammenfassend kann ich festhalten, dass mir das zweite Studienjahr nochmal bedeutend besser als das Erste gefallen hat. Nach und nach entfaltet die so häufig erwähnte „Lernspirale” ihre Wirkung und man fängt an, Querverbindungen zwischen den einzelnen Themenblöcken und Fächern zu ziehen. Es ist einfach immer wieder richtig cool zu merken, wenn man sein Wissen aus dem vergangenen Block mit etwas Neuem verknüpfen kann und sich nach und nach erarbeitet, wie der menschliche Körper funktioniert.

Leider bedeutet der Abschluss des zweiten Jahres auch den Abschied der so familiär gewordenen Kleingruppe. Ab Oktober begeben wir uns nun in einem neuen Schienensystem auf den Weg zum Physikum. Daher schwingt bei mir neben viel Vorfreude auf die Zukunft und Dankbarkeit für all die lustigen Momente der Vergangenheit, auch ein bisschen Wehmut mit. Wir hatten so viel Spaß miteinander, sind zusammen durch die Höhen und Tiefen der letzten zwei Jahre gegangen und gemeinsam an den Herausforderungen gewachsen. Natürlich war es teilweise anstrengend, manche Tage waren lang und die Motivation eher gering, aber in der ganz großen Mehrheit muss ich zugeben, dass ich eine richtig gute, lehrreiche und interessante Zeit hatte. Das liegt in erster Linie natürlich an all den tollen Menschen, die motiviert haben, die Fragen beantwortet haben, mit denen ich abseits der Uni viel Zeit verbracht habe und die einfach immer da waren. Ich hoffe, ihr wisst, wer ihr seid – danke für alles!

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Häufige Fragen und Antworten

TB 5 behandelt Ernährung, Verdauung und Bioenergetik. Dazu gehören Anatomie der inneren Organe, Präparierkurs mit mündlichem Testat sowie biochemische Prozesse wie Glykolyse und Gluconeogenese.

TB 7 fokussiert auf Atmung, Homöostase und Leistung, inklusive Physiologie und Patientenpraktikum 2 zur Famulaturreife. TB 8 kombiniert Humangenetik, Embryologie und Biochemie zu Reproduktion, Alterung und Tumorentstehung.

Frühzeitiges Wiederholen mit Kommiliton*innen, aktives Vorbereiten der Physiologieseminare und das Üben von Untersuchungstechniken vor dem Patientenpraktikum sind besonders hilfreich.

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