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Budapest: Semmelweis Universität

Zahnmedizinstudium in Budapest: Unser Weg an die Semmelweis-Universität

Leon und Jenny Föllmer

Jenny und Leon zeigen, wie ein mutiger Schritt das Leben komplett verändern kann. Sie starten in Budapest ihr gemeinsames Abenteuer – und erfüllen sich einen unerreichbar geglaubten Traum.

Auf der St. Stephans Basilika in der Innenstadt
© Leon und Jenny Föllmer/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by models.

Ich bin Jenny Föllmer, und gemeinsam mit meinem Mann Leon lebe ich seit fast fünf Jahren in Budapest. Viele kennen uns auf Social Media als Lejenity. Heute studiert Leon Zahnmedizin an der renommierten Semmelweis-Universität – ein Ziel, das für ihn lange unerreichbar schien.

Ich begleite ihn auf diesem Weg, nachdem ich selbst bereits mehrere Stationen im Ausland hinter mir habe: von Neuseeland über Österreich, Finnland bis nach Island. Unsere Geschichte beginnt ganz unspektakulär in der Schulzeit und führt über Umwege, Zweifel und spontane Entscheidungen zu einem neuen Leben in Ungarn – und einem Studiengang, der alles verändert hat.

Wie alles begann: Unsere Schulzeit in Eisenach

Leon und ich haben uns das erste Mal 2006 kennengelernt, als wir zusammen am Elisabeth-Gymnasium Eisenach eingeschult wurden. Von der 5. bis zur 8. Klasse waren wir in derselben Klasse. Latein war unsere gemeinsame Fremdsprache. Doch obwohl wir uns kannten, hatten wir wenig miteinander zu tun. Die Klassengemeinschaft war stark geprägt von Gruppenzugehörigkeit: die einen kamen vom Dorf (wie Leon), die anderen aus der Stadt (wie ich).

In der 9. und 10. Klasse wurden die Klassen neu gemischt. Wir wählten die Schwerpunkte Naturwissenschaften, musisch-künstlerisch mit Darstellendem Spiel oder Sprachen – und so trennten sich unsere Wege. Aber mit insgesamt nur 60 Schüler*innen im Jahrgang sahen wir uns trotzdem täglich. Am Ende der 12. Klasse bekamen wir unser Abiturzeugnis feierlich im goldenen Festsaal auf der Wartburg verliehen – und von nun an zog es uns in verschiedene Richtungen.

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Leon und Jenny mit der Diplomarbeit

Work & Travel in Neuseeland und die Suche nach dem richtigen Studium

Ich wusste schon lange: Ich will raus in die Welt, und ein unbändiger Drang nach Freiheit bäumte sich in mir auf. Bereits zwei Jahre vor dem Abi hatte ich mit meiner besten Freundin ein Work & Travel-Jahr in Neuseeland geplant. Direkt nach unserem Abschluss ging es los. Wir kauften ein Auto, ließen ein Bett einbauen, fuhren durch die entlegensten Winkel beider Inseln und nahmen alle Entdeckungen mit, die wir finden konnten. Ab und zu arbeiteten wir als Kiwiblütenausdünnerinnen, Kiwipflanzendreherinnen und Nachtschicht-Packerinnen von Kiwifrüchten am Fließband. Es war nicht immer leicht, aber dafür voller Abenteuer, Freiheit und Erinnerungen, die mich bis heute tief prägen.

Nach einem Jahr kam ich zurück nach Deutschland. Ich hatte mich an 20 deutschen Unis beworben, wurde trotz meiner Bedenken überall angenommen, aber nichts fühlte sich richtig an. Alles in Deutschland war plötzlich so eng, grau und irgendwie … falsch. Ich vermisste das Lebensgefühl, die Herzlichkeit, die Freiheit. Ich war hin- und hergerissen zwischen dem, was logisch und sicher war, und meinem Instinkt. Spontan bewarb ich mich im Ausland, da ich nicht wusste, was ich wollte. Das sonst durch Aufnahmeverfahren beschränkte Studium für Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt nahm mich jedoch gerne auf. Ohne groß nachzudenken, sagte ich zu und zog an den wunderschönen Wörthersee nach Österreich.

Studium im Ausland: Von Kärnten über Finnland bis nach Island

Was dann folgte, war eine unbeschreibliche Zeit: spannende Kurse, inspirierende Dozent*innen, Freundschaften fürs Leben und ein Ort, an dem andere Urlaub machen. Ich bekam ein Erasmus+-Stipendium für ein Semester an der University of Jyväskylä in Finnland, schrieb meine Bachelorarbeit über positive Emotionen in Online-Communities und ergatterte ein begehrtes Leistungsstipendium.

Nach dem Bachelor blieb ich in Klagenfurt für das Masterstudium „Media and Convergence Management“, einen weltweit einzigartigen interdisziplinären Studiengang, der von den drei Instituten für Informationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften getragen wird. Nebenher absolvierte ich ein Zertifikat für Unternehmensgründung und Selbstständigkeit und verbrachte mit Erasmus+ ein weiteres Semester an der Reykjavík University in Island.

Doch dann kam die Coronapandemie – und mit ihr die Entscheidung, für eine Weile nach Deutschland zurückzukehren. Allein unter Lockdown-Bedingungen in einer Studentenwohnung zu sitzen und mit den stetigen Änderungen zu dieser Zeit, erschien mir zu unsicher. Und so kam es, dass ich im Dezember spontan zu einer Weihnachtsfeier meines Abi-Jahrgangs ging – und dort Leon nach sechs Jahren wiedersah.

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An der Donau Promenade

Leons Weg ins Zahnmedizinstudium: Umwege, Zweifel und ein Lebenstraum

Leon hatte in der Zwischenzeit ebenfalls mit seinem Weg gerungen. Er hatte immer wieder den Wunsch, Zahnmedizin zu studieren. Doch mit einem Abischnitt von 2,1 war ein Studienplatz in Deutschland kaum zu bekommen. Praktika in der väterlichen Praxis hatte er absolviert, Bewerbungen geschrieben, aber sie blieben ohne Erfolg. Auch seine spontanen Bewerbungen für eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer scheiterten. Durch Zufall, besonders da er nach dem Abitur noch nichts hatte, bekam er einen Ausbildungsplatz als Zahntechniker angeboten – und spontan ergriff Leon dieses Angebot. Die Bezahlung war viel zu niedrig, aber das kleine Familienlabor war sehr engagiert und bereit, Leon alles beizubringen. So blieb er in seinem Heimatdorf, pendelte jeden Tag nach Eisenach oder in die Berufsschule. Nach 3,5 Jahren bekam er seinen Abschluss mit 1,4 und arbeitete anschließend zwei Jahre in dem kleinen Labor weiter, das ihn mit Kusshand übernahm.

Nebenbei bewarb er sich immer wieder über Hochschulstart, in der Hoffnung, dass irgendwann genug Wartesemester reichen würden. Doch dann wurde genau dieses Vergabesystem abgeschafft.

Den TMS-Test traute Leon sich so lange Zeit nach dem Abitur nicht zu, und es war einfacher, im Status quo zu leben – mit seinem vertrauten Heimatdorf und der Sicherheit eines Jobs. Und so schwand seine Hoffnung, seinen Traum erfüllen zu können.

Bewerbung für Zahnmedizin in Budapest: So lief es wirklich ab

Zurück zur Weihnachtsfeier: Durch Zufall saßen wir nebeneinander und kamen ins Gespräch. Wir hatten beide viel erlebt in den letzten Jahren. Nach der Weihnachtsfeier trafen wir uns öfter. Aus Gesprächen wurde Nähe, aus Nähe eine Beziehung. Und ich stellte Leon schon bald die Frage: „Warum akzeptierst du dein Leben so und nimmst dein Schicksal nicht selbst in die Hand?“ Ich kannte diese Unsicherheit. Aber ich wusste auch, dass man Wege findet, wenn man will.

Also begann ich zu recherchieren und suchte nach anderen Möglichkeiten: Bewerbungstermine, Aufnahmeprüfungen, Losverfahren, private Unis. Leon ließ sich darauf ein – und sofort erschienen kleine Erfolge. Leon meldete sich für den Med-AT in Innsbruck an, nahm an verschiedenen Losverfahren von Unis teil und wurde zum Aufnahmetest in Witten/Herdecke eingeladen. Aber im Mai waren viele Fristen schon vorbei, und das Zeitfenster wurde eng. Dann, fast zufällig, stieß ich auf die staatliche Semmelweis-Universität in Budapest. Dort kann man Zahnmedizin auf Deutsch studieren – und die Bewerbungsfrist endete genau am folgenden Tag.

Wir fackelten nicht lange, formulierten ein Motivationsschreiben und reichten alle Bewerbungsunterlagen online ein. Dann vergaßen wir diese Bewerbung wieder – denn zu oft hatte Leon in Deutschland Absagen bekommen. Warum sollte diese Schnapsidee anders sein? Die Konkurrenz ist hoch, und warum sollte Leon aus der Masse an Bewerber*innen hervorstechen? Daher konzentrierten wir uns auf die anderen Möglichkeiten.

Doch zwei Wochen später kam eine E-Mail, die alles veränderte: die Zusage für ein Zahnmedizinstudium in Budapest.

© Leon und Jenny/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by models.
Winterhochzeit von Jenny und Leon

Vom belächelten Traum zum Studienerfolg: Leons Transformation in Budapest

Leons Umfeld war mehr als skeptisch. Einige belächelten ihn. Manche rechneten fest damit, dass er nach wenigen Wochen zurückkommt. Aber ich wusste, dass er es schaffen kann – wenn man ihn lässt und unterstützt. Ich zeigte ihm, wie er Lerntechniken entwickeln kann, wie Studieren funktioniert, wie man Hürden überwindet – und zog mit ihm nach Budapest. Die ersten Wochen waren herausfordernd: neues Land, neue Sprache, neue Stadt, neue Regeln. Schnell setzten Zweifel ein. Aber dann, nach einiger Zeit, passierte etwas: Leon blühte auf. Seine Noten wurden stetig besser, er wurde selbstbewusster, fand Freunde und entwickelte einen Ehrgeiz, den er vorher nicht richtig ausleben konnte.

Heute, Jahre später, wissen wir, dass dieser Schritt nach Ungarn die beste Entscheidung war, die wir gemeinsam hätten treffen können.
Spontan entschied ich mich, mit Leon nach Budapest zu ziehen. Ein neues Abenteuer begann, voller Ungewissheiten, aber auch mit zahlreichen Möglichkeiten. Kaum entschieden, spürte ich dieses besondere Gefühl von Freiheit. Die Freiheit, neu anzufangen, mich auszuprobieren, meinen eigenen Rhythmus zu finden. Und doch: der Abschied von Klagenfurt fiel mir dieses Mal besonders schwer. Während Leon sich ganz auf sein Zahnmedizinstudium konzentriert, habe ich mein Masterstudium in Media and Convergence Management mit Auszeichnung abgeschlossen. Meine Masterarbeit ist größtenteils in unserer Wohnung in Budapest entstanden, mit regelmäßigen Zugfahrten nach Klagenfurt an meine Uni. Heute arbeite ich remote und unterstütze Leon, wo ich nur kann.

© Leon und Jenny/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by models.
Blick zum Vajdahunyad

Zahnmedizinstudium in Budapest: nicht geplant, aber genau richtig

Wir haben in Budapest nicht nur ein neues Zuhause gefunden, sondern auch all die Vorteile der Universität und der Stadt zu schätzen gelernt.

Manchmal findest du das Richtige nicht durch Planung, sondern durch den Mut, dem Ungewissen eine Chance zu geben. Wir haben diesen Schritt gewagt – gegen Widerstände, Zweifel und die eigenen Ängste.

Nach all den Hürden, die wir genommen haben, sind wir gespannt, wohin uns unser nächstes Abenteuer in der Zahnmedizin noch führen wird. Es bleibt spannend.

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Häufige Fragen und Antworten

Jenny und Leon kennen sich seit der Schulzeit in Eisenach, fanden aber erst Jahre später wieder zusammen. Nach mehreren Auslandsstationen und einer spontanen Wiederbegegnung begann ihre gemeinsame Reise, die schließlich zu einem neuen Leben in Budapest führte – und zu Leons Chance, Zahnmedizin zu studieren.

In Deutschland erhielt Leon trotz guter Leistungen jahrelang Absagen. Erst durch Jennys Recherche stieß er auf die deutschsprachigen Programme der Semmelweis‑Universität. Die Bewerbung war spontan – doch überraschend erfolgreich. Die Zusage eröffnete ihm die Möglichkeit, seinen Lebenstraum endlich zu verwirklichen.

Jennys Jahr in Neuseeland stärkte ihren Wunsch nach Freiheit, Mut und Selbstbestimmung. Die Erfahrungen aus unterschiedlichen Kulturen, Jobs und Ländern machten es ihr leichter, spontane Entscheidungen zu treffen, neue Wege zu gehen und Leon zu ermutigen, ebenfalls mutig zu sein – bis hin zum gemeinsamen Umzug nach Budapest.

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