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Famulatur

Famulieren in der Rechtsmedizin – geht das überhaupt?

Redaktion via medici

Spoiler: Ja, das geht. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Famulatur wie jede andere. Was du bei der Bewerbung beachten musst und wie eine Famulatur in der Rechtsmedizin aussieht, erklärt dir Lokalredakteur Alexander.

Rechtsmedizin
© tsuneomp/stock.adobe.com - Stock photo.

Organisation der Famulatur

Das Wichtigste vorneweg: Wenn du Interesse an einer Famulatur in der Rechtsmedizin hast, solltest du dich frühzeitig darum kümmern. Famulaturplätze sind heiß begehrt und die Wartezeiten betragen teilweise Jahre. Das liegt zum einen daran, dass nicht jede Klinik eine eigene rechtsmedizinische Abteilung besitzt, sondern diese in der Regel an den großen Universitätskliniken angebunden sind. Das Angebot an Famulaturplätzen ist also limitiert.

Zum anderen ist die Anzahl an Studierenden, die sinnvollerweise in den Arbeitsalltag integriert werden können, schon allein durch die Räumlichkeiten und die Besonderheiten des rechtsmedizinischen Arbeitens begrenzt. Man erinnere sich nur an die Zeiten im Sezierkurs, wo das Arbeiten und Lernen an den Körperspenden auch nur dann gut möglich waren, wenn nicht zu viele Personen an einem Tisch standen.

Bewirb dich also möglichst früh, dann hast du eine realistische Chance. Außerdem solltest du dir bewusst machen, dass eine Famulatur in der Rechtsmedizin an der LMU nur als ambulante Famulatur angerechnet werden kann.

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Inhalt der Famulatur

Nun zu dem, was dich am Institut für Rechtsmedizin der LMU erwartet. Jeder Tag beginnt mit der Morgenbesprechung, bei der das gesamte Team anwesend ist. Zentraler Bestandteil ist dabei die Vorstellung der Sektionen des Vortags – vergleichbar mit der Patientenvorstellung auf Station. Außerdem werden neue Ergebnisse aus der Forschung diskutiert und administrative Angelegenheiten besprochen.

Nach dem Ende der Frühbesprechung macht sich ein Teil der Rechtsmediziner*innen auf den Weg ins Gericht, wo sie als Gutachter*innen auftreten. Sei es ein Fall von Vergewaltigung, Alkohol am Steuer oder Mord und Totschlag – die Vielseitigkeit dieses Teilbereichs der Rechtsmedizin ist nahezu grenzenlos. Und unter der Voraussetzung, dass es sich um öffentliche Verhandlungen handelt, kannst Du diesen als Famulant*in ebenfalls beiwohnen und sie gespannt verfolgen.

Außerdem finden vormittags regelmäßig interessante Vorträge im Institut statt, an denen die jungen Assisstierenden und Famulierenden teilnehmen können. Darin erfährst du zum Beispiel, wie die Identität einer anonymen Leiche aufgedeckt wird oder wie Spuren an einem Tatort ausgewertet werden.

An einem Vormittag pro Woche finden zudem Altersbestimmungen statt, die beispielsweise der Feststellung der Strafmündigkeit einer Person dienen. Was zunächst nach wenig Aufregung klingt, stellt sich im weiteren Verlauf oftmals als wahrhaftige Detektivarbeit heraus. Denn meist handelt es sich um Personen, die aus fremden Ländern stammen, lange Zeit auf der Flucht waren und deren familiärer Hintergrund völlig unklar ist. Das Alter in einem solchen Fall korrekt einzuschätzen, ist wirklich kein Leichtes.

Nach der Mittagspause finden die Sektionen statt – und damit der für die meisten Famulierenden wohl spannendste Teil des Tages. Wie umfangreich das Tagesprogramm dabei ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Mal sind es keine 5, mal sind es deutlich mehr als 10 Sektionen pro Tag.

So oder so finden die Leichenöffnungen an mehreren Tischen gleichzeitig statt. Dabei wird einem mehr oder weniger standardisiertem Prozess gefolgt, der aber natürlich der jeweils vorliegenden Fragestellung angepasst werden kann. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Ärztinnen/Ärzte und Präparatorinnen/Präparatoren, die gleichzeitig an einem Leichnam arbeiten, wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen und gemeinsam funktionieren.

Gerade an den ersten Tagen einer Famulatur empfiehlt es sich, das rege Treiben zunächst einmal aus sicherer Entfernung zu betrachten – selbst Hand anlegen darf man noch früh und oft genug. Sobald Du dich sicher fühlst, kannst du dich an das junge Assistenzpersonal oder Studierende im PJ wenden, die immer froh darüber sind, dir die einzelnen Schritt der Präparation zu zeigen und sie mit dir zusammen durchzuführen. Spätestens ab der zweiten Woche kannst du einfache Arbeitsschritte sicher durchführen und bist ein Teil des Teams.

Wenn diese kurze Beschreibung einer Famulatur am rechtsmedizinischen Institut der LMU dein Interesse geweckt hat oder du schon immer Erfahrungen in diesen Bereich sammeln wolltest, dann zögere nicht und bewirb dich. Auch wenn nur die wenigsten am Ende in der Rechtsmedizin arbeiten werden, so macht die Famulatur garantiert viel Spaß und bietet interessante Einblicke.

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Häufige Fragen und Antworten

Famulaturplätze in der Rechtsmedizin sind sehr gefragt, da es deutschlandweit nur wenige Institute gibt und die Zahl der sinnvoll integrierbaren Studierenden begrenzt ist. Eine frühzeitige Bewerbung – oft viele Monate bis Jahre im Voraus – ist daher entscheidend. An der LMU kann die Famulatur nur als ambulante Famulatur angerechnet werden.

Der Tag beginnt mit der Morgenbesprechung, gefolgt von Vorträgen, Gerichtsterminen und Tätigkeiten wie Altersschätzungen oder Einblicke in die forensische Spurenauswertung. Nachmittags stehen meist Sektionen an, bei denen Famulierende zunächst beobachten und anschließend einfache Präparationsschritte unter Anleitung selbst übernehmen können.

Sehr nah: Rechtsmedizinerinnen treten regelmäßig als Gutachterinnen vor Gericht auf – bei Körperverletzung, Sexualdelikten, Alkohol im Straßenverkehr oder Tötungsdelikten. Famulierende dürfen bei öffentlichen Verhandlungen oft teilnehmen und erleben so die praktische Verbindung zwischen Medizin und Recht.

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