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Weiterbildung

Mein Traum von der Herzchirurgie

Julia Rogaczewski

Wie wird aus einem Kindheitstraum Realität? In diesem Artikel erfährst du, welche Herausforderungen, Chancen und Erfahrungen den Weg in eines der anspruchsvollsten Gebiete der Medizin prägen – und warum es sich lohnt, diesen Weg zu gehen.

Herzchirurgie
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Ein Kindheitstraum mit außergewöhnlicher Beständigkeit

Ich war sieben Jahre alt, als ich wusste, dass ich Ärztin werden wollte, und mit zwölf stand für mich fest: Ich möchte Herzchirurgin werden. Für mich war es nie ein gewöhnlicher Kindheitstraum, sondern eine Vision, die mich seit meiner Kindheit begleitet hat. Während andere Kinder ihre Interessen wechselten, verbrachte ich meine Zeit mit Anatomiebüchern, Herzskizzen und dem Studium der komplexen Mechanik des menschlichen Herzens. Dieser frühe Traum hat mich nie losgelassen, sondern ist über die Jahre immer konkreter geworden.

Julia Rogaczewski © privat

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Hürden und Vorurteile

Herzchirurgie ist nach wie vor ein Fach mit sehr wenigen Frauen. Viele Menschen auf meinem Weg versuchen, mir meinen Traum auszureden – sie sagen mir, dass man in diesem Beruf kein richtiges Leben außerhalb des Krankenhauses habe, dass die Anforderungen zu hoch seien und die OP-Zeiten unmenschlich lang. Doch ich werde mich nicht abbringen lassen von meiner Passion, meiner Leidenschaft und meinen Zielen in der Herzchirurgie! Ich arbeite konsequent auf diesen Traum hin. Lange OPs sind eine Herausforderung, aber durch die Leidenschaft und die volle Konzentration vergesse ich die Zeit, und es ist ein unvergleichlich tolles Gefühl, Teil eines Teams zu sein, das Menschenleben rettet. Besonders bei Aortendissektionen und in der Aortenchirurgie bin ich immer wieder fasziniert.

Internationale Stationen und prägende Erfahrungen

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Mein Weg führte mich früh über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ich absolvierte zwei Famulaturen in Schweizer Krankenhäusern. Dort lernte ich vor allem die Grundlagen chirurgischer Techniken, wie das Nähen, und konnte viel über den OP-Alltag, Patientenversorgung und die ersten praktischen Schritte im chirurgischen Bereich lernen.

Von Austin bis Harvard: Lernen auf höchstem Niveau

Zu Beginn meines klinischen Studiums ging es dann nach Austin, Texas, wo ich vor dem gesamten Herzzentrum einen Vortrag halten durfte. Diese Erfahrung gab mir früh die Gewissheit, dass Herzchirurgie nicht nur Präzision und Verantwortung verlangt, sondern auch Kommunikation, Präsenz und Selbstbewusstsein. Später führte mich mein Weg nach Boston an die Harvard Medical School. Dort konnte ich Operationen an Schweineherzen eins zu eins mit einem Oberarzt simulieren. Jede Naht, jeder Schnitt war ein realistisches Training für den OP-Alltag, eine Vorbereitung auf die Präzision und die Verantwortung, die jede echte Operation verlangt. Gleichzeitig erhielt ich tiefe Einblicke in wissenschaftliche Arbeitsstrukturen und moderne klinische Forschung.

Forschung und globale Vernetzung: Die Mayo Clinic

Ein weiterer prägender Abschnitt war mein Forschungssemester und meine vorherige Famulatur an der Mayo Clinic in Rochester. Dort lernte ich, wie man Forschungsprojekte von Grund auf aufbaut – von der Idee über die Planung bis zur Durchführung. Gleichzeitig hatte ich die Gelegenheit, zahlreiche internationale Ärztinnen und Ärzte kennenzulernen, mit denen ich bis heute in engem Austausch stehe. Diese Vernetzung und der Einblick in die globale Herzchirurgie haben mir gezeigt, wie wertvoll internationale Kooperationen für die Weiterentwicklung des Faches sind.

Ein Kindheitsidol im OP: Die Begegnung mit Tirone David

Besonders unvergesslich war mein Aufenthalt in Toronto, wo ich die einmalige Gelegenheit hatte, Tirone David, meinen Kindheitsidol, live im Operationssaal zu erleben. Ich stand direkt am Tisch, während er die David-Operation durchführte – eine Technik zur Erhaltung der Aortenklappe, die mich schon seit meiner Jugend fasziniert. Es war ein Moment, in dem sich mein kindlicher Traum mit meiner heutigen Realität verband: Ich konnte die Eleganz, Präzision und Kreativität eines weltführenden Herzchirurgen hautnah erleben und von ihm lernen.

Angekommen in der Realität: Arbeiten in Bonn

Seit vier Jahren arbeite ich nun neben dem Medizinstudium in Bonn in der Herzchirurgie – auf Station, im OP und in der Forschung. Ich habe Stunden am OP-Tisch verbracht, Patientinnen und Patienten nach komplexen Eingriffen begleitet und wissenschaftliche Projekte unterstützt. Die Herzchirurgie ist für mich nicht einfach ein Beruf, sondern eine Berufung: Sie vereint Präzision, Verantwortung, wissenschaftliche Neugier und die Möglichkeit, das Leben von Menschen unmittelbar zu verändern. Nun stehe ich an einem weiteren Meilenstein: Bald darf ich offiziell als Ärztin in der Herzchirurgie arbeiten und selbst Verantwortung für Patientinnen und Patienten im OP übernehmen. Dieser Schritt ist für mich die Verwirklichung eines Traums, der vor vielen Jahren begann, und ich freue mich darauf, mein Wissen, meine Leidenschaft und mein Herzblut nun noch direkter in die Praxis einzubringen.

Frauen in der Herzchirurgie: Inspiration und Vorbildrolle

Oft war ich die einzige Frau im Konferenzraum, besonders auf internationalen Kongressen und Konferenzen. Doch diese Situationen habe ich immer als Chance genutzt, mich klar zu positionieren und meine Perspektive einzubringen. Heute sehe ich es als eine wichtige Aufgabe, junge Kolleginnen zu inspirieren und zu zeigen, dass Herzchirurgie nicht nur möglich, sondern bereichernd und erfüllend ist – gerade für Frauen.

Wissenschaft, Kongresse und die Zukunft des Fachs

Meine Karriere ist geprägt von internationaler Vernetzung, Engagement in Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Präsentationen. Ich durfte auf Kongressen weltweit sprechen, Forschung vorstellen und moderne herzchirurgische Ansätze präsentieren. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie bereichernd es ist, Verantwortung zu übernehmen, Wissen weiterzugeben und aktiv die Zukunft des Faches mitzugestalten.

Ein Rat für die nächste Generation

Für Studierende, die wie ich den Weg in die Herzchirurgie anstreben, ist eines entscheidend: Leidenschaft, Ausdauer und Engagement. Herzchirurgie verlangt Präzision, Wissen und Teamfähigkeit – doch sie bietet dafür eine Tiefe und Erfüllung, wie kaum ein anderes Fach. Wer diesen Weg geht, arbeitet nicht nur mit dem Herzen anderer Menschen, sondern auch mit dem eigenen Herzblut.

Der Traum lebt weiter – Herz für Herz

Heute, viele Jahre nachdem ich meinen kindlichen Traum formuliert habe, bin ich kurz vor meiner Approbation als Ärztin und werde danach meine Weiterbildung beginnen. Ich habe das Privileg, während meines Studiums in einem herausfordernden, spannenden und international vernetzten Fach zu arbeiten, und dennoch bleibt die Begeisterung, die mich als Kind antrieb, unverändert. Jeder Tag bringt neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen und die Chance, einen Unterschied zu machen. Mein Traum war immer klar, und heute lebe ich ihn – Herz für Herz, Naht für Naht, Schritt für Schritt.

Häufige Fragen und Antworten

Ja! Auch wenn Herzchirurgie nach wie vor ein Fach mit wenigen Frauen ist, zeigt der Artikel, dass Leidenschaft, Ausdauer und internationale Vernetzung den Weg ebnen können. Es gibt Herausforderungen, aber ebenso große Chancen, Vorbild zu sein und das Fach aktiv mitzugestalten.

Der Artikel beschreibt praxisnah, wie Famulaturen, Forschungssemester und internationale Erfahrungen den Weg in die Herzchirurgie vorbereiten. Frühzeitige Spezialisierung, wissenschaftliches Engagement und praktische Fertigkeiten sind Schlüssel zum Erfolg.

Definitiv! Herzchirurgie ist anspruchsvoll, aber sie bietet eine einzigartige Kombination aus Präzision, Verantwortung und der Möglichkeit, Leben unmittelbar zu retten. Wer Leidenschaft und Durchhaltevermögen mitbringt, findet hier ein hoch erfüllendes Berufsfeld.

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