Mein Start als Assistenzärztin in der Dermatologie – Schritt für Schritt ins Berufsleben
Vom Traum zur Realität: Der Start ins Berufsleben als Assistenzärztin ist intensiv, herausfordernd – und unglaublich lehrreich. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich, warum ich mich für die Dermatologie entschieden habe, wie mein Einstieg verlief und welche Tipps ich Berufseinsteiger*innen mit auf den Weg geben möchte.

Nach meinem Medizinstudium habe ich mir bewusst eine Pause gegönnt, bevor ich in das Berufsleben gestartet bin. Ursprünglich dachte ich, dass die Stellensuche recht unkompliziert verlaufen würde – schließlich gibt es deutschlandweit zahlreiche Kliniken. Doch sehr schnell musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach war, genau die passende Stelle zu finden.
Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht „irgendwo“ anfangen wollte. Ich wollte unbedingt in meinem Wunschfach, der Dermatologie, arbeiten – und das möglichst an einer Klinik, die mich sowohl fachlich als auch menschlich überzeugt. Deshalb habe ich während meiner Bewerbungsphase keine Kompromisse gemacht und alles darangesetzt, mir genau diese Möglichkeit zu schaffen.
Bereits im Praktischen Jahr hatte ich mein Wahltertial in der Dermatologie absolviert. In dieser Zeit habe ich das Fach richtig kennen- und lieben gelernt. Die Vielseitigkeit der dermatologischen Erkrankungen, die Mischung aus konservativer und operativer Medizin, die Schnittstellen zu anderen Disziplinen – all das hat mich begeistert. Ich merkte schnell: Genau das möchte ich in Zukunft machen. Es gab für mich keinen Zweifel mehr, dass die Dermatologie mein berufliches Zuhause werden sollte.
Trotz dieser Vorprägung war der Übergang vom Studium zur Assistenzärztin ein großer Schritt. Natürlich hatte ich im PJ bereits klinische Erfahrung gesammelt und wusste theoretisch, was auf mich zukommt. Aber es ist nochmal etwas völlig anderes, wirklich eigenverantwortlich als Ärztin zu arbeiten. Schon nach dem bestandenen M3-Examen war ich von dem Gedanken überwältigt, jetzt offiziell Ärztin zu sein. Doch das Gefühl, das mich in den ersten Wochen meiner Tätigkeit erwartete, war noch einmal ganz anders – viel intensiver. Erst im Arbeitsalltag spürt man wirklich, wie viel Verantwortung plötzlich auf den eigenen Schultern liegt.
Gerade in der Anfangszeit musste ich mich in vielerlei Hinsicht neu orientieren. Es dauerte eine Weile, bis ich die Abläufe der Klinik verstanden hatte, mich in die Strukturen eingelebt hatte und die vielen neuen Gesichter zuordnen konnte. Jede Klinik organisiert sich etwas anders – was im PJ noch selbstverständlich erschien, kann in einer anderen Einrichtung ganz neue Wege und Zuständigkeiten bedeuten. Sich darauf einzulassen und flexibel zu bleiben, ist entscheidend. Gleichzeitig wurde ich sehr schnell gefordert: Aufgrund des bestehenden Personalmangels musste ich rasch Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten.
Eine der größten Herausforderungen war für mich das Multitasking. Plötzlich musste ich nicht mehr nur einen Patienten im Blick behalten, sondern mehrere gleichzeitig betreuen. Das bedeutete, an zahlreiche Dinge gleichzeitig zu denken: Laborwerte anfordern und kontrollieren, Medikamente verordnen, Thromboseprophylaxe anordnen, Wundversorgungen planen, Aufklärungsgespräche führen – und dabei die individuelle Situation jedes einzelnen Patienten im Kopf behalten. Anfangs war das sehr viel auf einmal, und es war gar nicht so einfach, immer die richtigen Prioritäten zu setzen. Aber von Tag zu Tag wird es besser. Die Abläufe werden vertrauter, die Routine wächst, und mit ihr auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Inzwischen habe ich auch meine ersten Rufdienste hinter mir. Der erste Dienst war ein besonders aufregendes Erlebnis, aber ich habe gelernt, dass es nie den perfekten Zeitpunkt gibt, um in die neue Rolle hineinzuwachsen. Irgendwann muss man den Sprung ins kalte Wasser wagen. Natürlich macht man Fehler, natürlich gibt es Situationen, in denen man nicht sofort die perfekte Lösung parat hat. Aber genau daran wächst man. Und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man auf ein Team zählen kann, das einen unterstützt, wenn man Hilfe braucht.
Was ich allen zukünftigen Berufsanfänger*innen mitgeben möchte: Seid aktiv, stellt euch bei allen Kolleginnen und Kollegen und im Pflegeteam vor. Zeigt Interesse und Engagement, aber habt keine Angst davor, Fragen zu stellen. Niemand erwartet von euch, dass ihr schon alles könnt – wichtig ist, dass ihr bereit seid zu lernen. Und vergesst nicht: Ihr seid jetzt Ärztinnen und Ärzte. Ihr tragt Verantwortung für eure Patientinnen und Patienten. Kleine Aufgaben, die im PJ manchmal nebensächlich wirkten, wie die Anordnung einer Thromboseprophylaxe oder die Kontrolle von Laborwerten, können einen großen Unterschied machen. Daher ist es entscheidend, strukturiert und sorgfältig zu arbeiten.
Heute, nach etwa einem Monat im Beruf, fühle ich mich zunehmend sicherer. Ich merke, wie ich mich nicht nur im Klinikalltag, sondern auch fachlich immer wohler fühle. Natürlich lerne ich jeden Tag noch dazu, und natürlich wird es weiterhin neue Herausforderungen geben. Aber ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich bin froh, auf mein Bauchgefühl gehört und für mein Wunschfach gekämpft zu haben.
Denn letztlich verbringen wir Ärztinnen und Ärzte einen Großteil unseres Lebens in der Arbeit. Umso wichtiger ist es, dass wir das, was wir tun, auch wirklich lieben. Für mich ist die Dermatologie genau dieses Fach. Und ich freue mich auf alles, was noch kommt.
5 Tipps für den Berufsstart als Assistenzärztin/Assistenzarzt
1. Stellt euch bei allen Kolleg*innen und im Pflegeteam persönlich vor – ein freundlicher und offener Start erleichtert den Einstieg enorm.
2. Habt keine Angst, Fragen zu stellen – lieber einmal zu viel nachgefragt als einen Fehler riskieren. Niemand erwartet Perfektion.
3. Zeigt Eigeninitiative und Engagement – aber setzt euch selbst nicht unter Druck, alles sofort können zu müssen. Lernen braucht Zeit.
4. Achtet von Anfang an auf eine gute Organisation: Checklisten und kleine Notizen helfen enorm, um im hektischen Alltag nichts zu vergessen.
5. Macht euch bewusst, dass ihr jetzt die Verantwortung tragt – achtet besonders bei Anordnungen und Medikationen auf Genauigkeit und Sorgfalt.
Der Wechsel ist ein großer Schritt: Plötzlich trägt man Verantwortung für mehrere Patient*innen, muss Abläufe lernen und Prioritäten setzen. Mit der Zeit wächst die Routine und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Multitasking, Organisation und das schnelle Übernehmen von Verantwortung sind die größten Herausforderungen. Flexibilität und eine gute Struktur helfen, den Einstieg zu meistern.
Stellt euch aktiv vor, fragt nach, zeigt Engagement, organisiert euch gut und arbeitet sorgfältig – besonders bei Anordnungen und Medikationen.