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Weiterbildung

10 Tipps: So überlebst du als Neuling auf der Inneren

Redaktion via medici

Der Sprung von der Uni ins eiskalte Wasser der Klinik kann einen ganz schön schock-gefrieren. Wir haben die besten Tipps, damit die Anfangszeit nicht zum Desaster wird.

Klinik
© WavebreakMediaMicro/stock.adobe.com - Stock photo. Posed by a model.

Punkt 1

Gedanken wie „ich bin der dümmste Arzt oder die dümmste Ärztin auf Gottes Erdboden“ werden dich ab heute für das erste Jahr begleiten. Nicht verzweifeln! Schau dich doch einmal um: Deine Kolleginnen und Kollegen auf Station haben auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen und trotzdem ihren Facharzt oder ihre Fachärztin geschafft.

Punkt 2

Am Anfang bist du über alles geschockt. Berichtet dir die Nachtschwester, dass dein*e Patient*in in der Nacht verstorben ist, brichst du in Tränen aus und machst dir schlimme Vorwürfe, obwohl du nichts falsch gemacht hast. Und wenn doch? Was kannst du dann dagegen tun?

1. Du kannst dich jetzt wahnsinnig machen und landest irgendwann in der Klapse

2. Du arbeitest weiter und machst es besser. Dabei wirst du feststellen, dass immer wieder Patient*innen sterben, obwohl du alles richtig gemacht hast. Gehe die Sache rational und mit der richtigen Prise Empathie an, denn nur so wirst du einen klaren Kopf beim Arbeiten haben. Die Behandlung von dir wird ja deswegen nicht schlechter, im Gegenteil, sie wird besser.

Punkt 3

Du wirst deinen Anspruch an deine Arbeit nicht durchhalten können. Nicht jede*r deiner Patient*innen wird die Klinik freudestrahlend verlassen können. Bleib also realistisch. Überlege, was für eine Chance du hast, dem Patienten/der Patientin Besserung zu verschaffen. Ziel kann es zum Beispiel sein, dass ein*e Patient*in schmerzfrei sterben kann.

Punkt 4

Welche Medikamente bekommt mein Mann im Krankenhaus? Können Sie mir das Röntgenbild nochmal erklären? Warum ist die Erde rund? Fragen über Fragen, die auf dich niederprasseln wie die Splittersteine eines Meteoriteneinschlags. Wenn du unnötige Gespräche nicht abblockst, wirst du zermatscht werden. Investiere Zeit in die Angehörigengespräche, die wirklich wichtig sind. Schließlich bist du nicht zum Tratschen in der Klinik, sondern zum Arbeiten.

Punkt 5

Stelle dich auf Klagen ein. Es wird nicht jede*r Patient*in oder Angehörige*r mit deiner Behandlung zufrieden sein. Gibt es einen Einlauf von der Geschäftsführerin oder dem Geschäftsführer, weil sich bei ihr/ihm ein*e Patient*in über dich beschwert hat, bleib ruhig und stellte deine Sicht sachlich dar. Keine Angst, denn zum Glück sind viele Klagen unberechtigt, werden oft nur angedroht und in den seltensten Fällen auch durchgeführt.

Punkt 6

„Sind Sie Analphabet*in?“ Sätze wie diesen könnten dir zu Ohren kommen, egal wie stark du dich ins Arztbriefe schreiben reinhängst. Deine Oberärztin oder dein Oberarzt wird dich korrigieren und die Chefärztin oder der Chefarzt wahrscheinlich auch. Du wirst viele Abende bis zehn in deinem Kämmerlein hocken und das Briefe schreiben optimieren. Bleib stark, denn es wird sich auszahlen und du wirst immer schneller und besser werden.

Punkt 7

Wenn du nach Dienst noch Briefe schreiben musst, ziehe dich trotzdem sofort um. Denn sehen dich Angehörige und Helfende in Ärztekluft auf Station, werden sie dich mit Fragen zuschütten und dein Feierabend liegt in ferner Zukunft (siehe auch Punkt Punkt 4).

Punkt 8

Mache dir eine Tagesstruktur. Sonst wirst du dich heillos verzetteln. Nicht alles muss sofort gemacht werden, manche Dinge können auch noch bis morgen warten.

Punkt 9

Gewöhne dich an das wohlige Gefühl, ins Fettnäpfchen getreten zu sein. Denn diese lauern an allen Ecken: Jedes Stationsteam hat seine Gruppendynamik und nicht jeder kann jeden leiden. Du bist am Anfang das schwächste Glied in der Hierarchie und wirst das zu spüren bekommen. Überlege also gut, an wen du dich mit Fragen wendest. Bei Fragen zu Routineabläufen, Patient*innenversorgung, bewährte Methoden etc. sind Altassistenten Gold wert, bevor du dich auf die Oberärztin oder den Oberarzt stürzt, der für deine Station zuständig ist.

Punkt 10

Spaß ist was anderes. Erst nach etwa einem Jahr wirst du dich sicherer fühlen. Dann wird langsam das Gefühl kommen „Yeah, ich bin der Hero der Weißkittel und rocke hier die Station“. Keine Angst also, du wirst tatsächlich irgendwann Spaß haben.

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Häufige Fragen und Antworten

Die größten Herausforderungen sind meist die hohe Arbeitsbelastung, das Zurechtfinden in komplexen Abläufen und die Kommunikation mit dem Team sowie Patienten.

Plane deine Aufgaben strukturiert, nutze Checklisten und tausche dich regelmäßig mit erfahrenen Kollegen aus. Pausen und Selbstfürsorge sind ebenfalls wichtig.

Fragen stellen, aktiv zuhören und sich mit den Abläufen vertraut machen. Außerdem ist es hilfreich, sich früh mit Pflegepersonal und Kollegen zu vernetzen.

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