Tollwut durch Organspende
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) meldete im Jahr 2005 den Verdacht, dass an deutschen Transplantationszentren Organe einer mit Tollwut infizierten Spenderin transplantiert worden seien. Solche Fälle sind extrem selten – doch sie kommen vor.

Vorgeschichte
Die Spenderin war im Oktober 2004 von einer Indien-Reise zurückgekehrt und im Dezember 2004 in einem Krankenhaus an einem Herzstillstand gestorben. Sie zeigte vor der Organentnahme keine typischen Symptome einer Tollwutinfektion. Nach einer Meldung der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ wurden ihr Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse, Leber und Cornea entnommen und insgesamt sechs Patienten transplantiert.
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Situation der Organempfänger
Mehrere Empfänger verstarben in den folgenden Monaten an den Folgen der Infektion, andere blieben gesund – unter anderem, weil sie durch eine frühere Impfung gegen Tollwut geschützt waren. Der Fall gilt bis heute als einzigartig in der deutschen Transplantationsgeschichte und machte deutlich, dass trotz umfassender Voruntersuchungen seltene Infektionen nicht vollständig ausgeschlossen werden können.
Aktuelle Lage in Deutschland
Seit 2008 gilt Deutschland offiziell als frei von klassischer Tollwut bei Füchsen und Hunden. Nur vereinzelte importierte Fälle durch Tiere aus Endemiegebieten sowie sporadische Nachweise von Fledermaus-Tollwutviren treten noch auf. Menschliche Erkrankungen sind hierzulande äußerst selten und betreffen fast ausschließlich Reisende, die sich im Ausland infiziert haben. Weltweit sterben jedoch weiterhin jedes Jahr zehntausende Menschen an Tollwut, vor allem in Asien und Afrika.
Krankheitsverlauf und Prävention
Die Krankheit wird durch das Rabiesvirus ausgelöst, das sich zunächst an der Eintrittsstelle vermehrt und dann entlang der Nerven ins Gehirn wandert. Dort verursacht es nach einer weiteren Vermehrungsphase schwere neurologische Symptome und verläuft unbehandelt tödlich. Eine wirksame Therapie existiert bis heute nicht. Nur eine rechtzeitige Impfung oder die Gabe von Tollwut-Immunglobulinen unmittelbar nach einem Verdachtskontakt kann eine Infektion verhindern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Personen mit beruflichem Risiko sowie für Reisende in Länder mit hoher Tollwutprävalenz.
Fazit
Der Fall von 2005 bleibt eine Mahnung, dass absolute Sicherheit in der Transplantationsmedizin nicht erreichbar ist. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Situation, dass Deutschland durch konsequente Impfprogramme und Tierseuchenbekämpfung seit vielen Jahren frei von klassischer Tollwut ist und das Risiko für die Bevölkerung hierzulande äußerst gering ist.
Zum Lernmodul
Ja, im Jahr 2005 kam es in Deutschland erstmals zur Übertragung von Tollwut durch eine Organspende. Mehrere Empfänger verstarben, andere blieben durch frühere Impfungen gesund. Der Fall gilt bis heute als einzigartig.
Deutschland ist seit 2008 offiziell frei von klassischer Tollwut bei Füchsen und Hunden. Nur importierte Fälle durch Tiere aus Endemiegebieten sowie sporadische Fledermaus-Tollwutinfektionen treten noch auf. Menschliche Erkrankungen sind äußerst selten.
Eine rechtzeitige Impfung oder die Gabe von Tollwut-Immunglobulinen nach einem Verdachtskontakt sind die einzigen wirksamen Schutzmaßnahmen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Risikogruppen und für Reisende in Länder mit hoher Tollwutprävalenz.